Lottogewinn

Einmal im Lotto gewinnen – so um die 10 Millionen. Davon träume ich und wahrscheinlich nicht nur ich. Eigentlich ja jeder. Zu groß ist die Verlockung, sich alle Wünsche, die sich über die Zeit so angesammelt haben, hintereinander weg selbst erfüllen zu können.

Ich würde mir einen kleinen Hof kaufen, irgendwo, wo es schön ist. Hauptsache ruhig. Ich würde alles auf Vordermann bringen, Energiesparhaus und so. Da wo möglich. Ich würde Bäume und Tiere kaufen, natürlich auch noch ein, zwei Autos und vielleicht noch ein Motorrad. Und ich würde mir endlich den Traum von der großen Privatbibliothek erfüllen, den vom Urlaub auf Mauritius/ in Norwegen und den von selbst verlegten Büchern. Ich würde auch eine Menge spenden, an verschiedene Projekte, die mir am Herzen liegen.
Und ich würde meine Steuern zahlen. Ich weiß, dass ganz schnell ganz viel von dem Geld weg wäre, aber es in einen Koffer zu packen und den nach Liechtenstein oder sonst wo zu bringen, das würde mir im Traum nicht einfallen. Geiz ist geil, klar, jeder schätzt gute Angebote.

Aber was mich wirklich schon länger auf die Palme bringt, ja, mich wirklich stört an unserer Gesellschaft, ist, dass sich ein Egoismus und Neid durch alle Schichten zieht, von dem man meinen könnte, wir als aufgeklärte Zivilgesellschaft wären darüber hinweg. Dass wir auch mal zehne grade sein lassen können anderen mal was gönnen.

Doch die Zahlen – die sprechen wie so oft eine andere Sprache. Wann immer man den Fernseher anmacht, kann man sich Sendungen oder Werbung über Leute anschauen, die es eindeutig schlechter haben, als man selbst. Und damit meine ich nicht nur die Prolls von „Frauentausch“, sondern eher das Klischeebild vom unterernährten schwarzen Kind aus dem Kongo. Dazu passend gibt es genug Studien über die Vermögensaufteilung auf der Welt, wie auch partiell gesehen in unserem Land. Hier besitzen 10% der Haushalte 52% des Nettovermögens, 50% der Haushalten dagegen nur 1% davon. Man spricht hier bildlich auch von der Schere zwischen Arm und Reich, die in Deutschland, wie auch im Rest der Welt, immer weiter auseinander klafft. Je weiter die Globalisierung voranschreitet, desto mehr Vermögen verteilt sich auf nur wenige. Unsere sogenannte Elite.

Dieser Tage macht der „Panama Papers“-Skandal die Runde. Hunderte zum Teil berühmte und bekannte Menschen parken ihr Vermögen in Briefkastenfirmen in der Karibik. Lang gehegte Vermutungen werden wahr, nicht nur das, es gibt genug Beweise Schwarz auf Weiß.

Und auch hierbei wird es sich nur um die Spitze des Eisberges handeln.
Hier geht es noch nicht einmal so sehr um strafrechtlich relevante Dinge. Es ist eben nicht verboten, Firmen wo anders auf der Welt zu besitzen. Auch nicht, das eigene Vermögen bei diesen Firmen zu hinterlegen. Aber all das hinterlässt doch einen mehr als faden Beigeschmack. Unsere „Elite“ ist moralisch mehr als verwerflich unterwegs, wenn doch die, die vorbildlich vorangehen sollten, jede erdenklich Lücke suchen und nutzen, um ihr Vermögen so gering wie möglich versteuern zu müssen. Ganze Armeen an Anwälten und Banken sind nur beschäftigt, um eben jene Lücken zu finden und zu nutzen.

Dabei sind Steuern doch nicht nur Abgaben, sondern Investitionen in uns alle: Bildung, Autobahnen, Energiewende. Wir wollen vom Staate nur das Beste, dann sollte man auch so ehrlich sein, sich an all dem zu beteiligen. Und zwar jeder im gleichen Rahmen seiner Möglichkeiten. Die Friseurin, der Bäckermeister, der Architekt und der Investmentbanker – sie alle müssen Steuern zahlen, Versicherungen und Kredite.
Doch, und eben das macht mich so wahnsinnig wütend, schafft die Politik es nicht, diese Beteiligung fair zu gestalten. Es zahlt eben nicht jeder den gleichen Beitrag zu unserer Gesellschaft, nein, im Gegenteil werden die „kleinen Leute“ im Verhältnis mit prozentual höheren Abgaben bestraft, obwohl sie bar ihrer Hände Arbeit viel mehr erwirtschaften. Wer anderer Leute Geld Gassi führt und es in Fonds oder sonst was anlegt, macht kaum einen Finger krumm und steht am Ende des Lebens doch tausend mal besser da, als ein Dachdecker, der sein Leben lang eben jenes riskiert hat und hart gearbeitet hat.
Die meisten Menschen wissen nicht einmal, ob sie später von ihrer Rente leben können, oder ob sie gar Sozialhilfe brauchen werden. Viele Mütter können ihren Kindern kein vernünftiges, gesundes Essen auf den Tisch stellen. Es gibt heute mehr Kinder, die in Armut leben, als je zuvor. In einem Land, das Exportweltmeister (gewesen) ist.

Doch die Politik versagt dabei, diese Umstände zu ändern.

Sie versagt dabei, jedem die gleichen Chancen für die Zukunft zu ermöglichen und jeden an der Sicherung dieser gleich zu beteiligen.

Sie versagt sogar dabei, die Leute, die sich vor ihrer bereits bestehenden Verantwortung drücken, indem sie zum Beispiel Steuern hinterziehen oder Geld verstecken, angemessen zu bestrafen.

Vor allem hat das natürlich mit der exzellenten Lobbyarbeit zu tun, die nah unseren Politikern, egal ob in Berlin oder Brüssel, geführt wird. Wirtschaft, Politik, Mächtige, Reiche. Sie geben sich die Klinke in die Hand dabei, uns alle noch mehr ausbluten zu lassen, uns jede Hoffnung auf eine gesicherte und lebenswerte Zukunft zu nehmen und ihre eigenen Interessen weiter über die aller anderen zu stellen. Sie füttern uns mit Krisen, mit Skandalen und Ablenkungen. Brot und Spiele, sagten die Römer. Ein Konzept, das auch heute nur allzu gut aufgeht. Und vor allem wird immer darauf geachtet, dass jeder jemanden hat, auf den er bedenkenlos hinunterschauen kann. Bevor die Fliesentischbesitzer in unserem Land noch auf die Idee kommen, bessere Bildung und gutes Essen für ihre Kinder zu fordern, setzt man ihnen lieber medial eine Flüchtlingskrise vor die Augen, damit sie ja jemanden haben, den sie in vollem Sozialneid hassen können.

Und dann stellt sich auch noch ein Herr Gabriel hin und spricht von Ungleichbehandlung zwischen eigener Bevölkerung und Fremden, um die Ablenkung perfekt zu machen.

Denn so lange man den Schwarzen, den Marokkaner und den Syrer hassen kann, denkt man nicht darüber nach, die Eliten des Landes für irgendetwas verantwortlich zu machen. So lange es Schwächere gibt, die man verachten kann, kann man den Blick nicht nach oben auf die eigentlich Verantwortlichen wenden.

Was wir brauchen, ist ein neues Verständnis von Gesellschaft, von sozialem Handeln und von menschlichem Miteinander. Wir müssen diejenigen, die der wahre Grund für die Spaltung unserer Gesellschaft, ja unserer Welt sind, an den Pranger stellen und bestrafen. Wir müssen die Eliten zwingen, sich am Wohlstand für alle zu beteiligen, nicht nur den eigenen stetig zu mehren.
Wir müssen Reiche und Erben besteuern, und reiche Erben. Wir müssen einige Oasen trockenlegen und andere, neue Oasen schaffen. Wir müssen den Blick wieder mehr über den Tellerrand schweifen lassen und weniger darauf, wie wir den Teller noch voller bekommen. Wir müssen an die Schwächsten denken, nicht an uns selbst. Wir alle müssen bereit sein, uns für eine bessere Zukunft zu beteiligen.

Dann gewinnen wir alle im Lotto.

Liebe Nazis!

Liebe Nazis, besorgte Bürger, Identitäre, Widerständler und Pegidioten!

Ihr macht es richtig! Ihr stellt wahrlich die Zukunft dieses Landes dar! Eure Liebe zur Wahrheit, eure fundierten Kenntnisse der menschlichen Rassebiologie sowie eure überragenden orthografischen Fähigkeiten werden Deutschland endgültig zu der Vormachtstellung verhelfen, die es seit 80 Jahren schon verdient! Ihr bringt zu Ende, was Onkel Hitler nicht vermochte!

Es ist euer Traum von einem fremdenbereinigten, deutschnational-straff-durchorganisierten und anti-links-versifften Deutschland, der als einziger Perspektive hat!

Was macht es da schon, wenn man für seine Ziele ein klein wenig die Realität beiseite lassen und sich lieber dem eigenen Hass und Wahn ergeben muss?

Also bitte, springt in die Stiefel, schnappt euch Aluhut und Deutschlandfahne und geht mit einem lauten „Deutschland erwache!“ und „Wir sind das Volk!“ (Seid ihr nicht!) doch mal wieder eine Runde spazieren. Und wenn ihr schon dabei seid, eure Hackfressen der Öffentlichkeit aufzudrücken und jeden Normalbürger oder „Gutmenschen“, wie ihr sie nennt, mit euren Ekel-Parolen zu nerven, dann zeigt doch bitte auch allen Menschen mit mehr als drei Hirnzellen hier, wer für euch Schuld daran ist, dass eure mutigen Visionen noch nicht wahr geworden sind!

Genau, schreit es laut hinaus, das „Ausländer raus!“. Schließlich nehmen euch doch eben diese Menschen, die mit nichts hierhin gekommen sind und nicht mal „richtikk teutsch“ können, eure Arbeitsplätze weg. Oh nein, ich vergaß, ihr habt ja meistens gar keine. Genauso wenig wie Hirn und Eier. Deswegen ist es ja auch so einfach, auf Schwächeren rumzuhacken, gell? Das Leben ist vom Hart-IV-Sofa aus eben viel einfacher zu ertragen, wenn man die Füße auf den Fliesentisch legen,

die BILD aufschlagen kann und sein persönliches Feindbild und den Grund für das eigene „Elend“ auf Silber präsentiert bekommt. Und wenn dann auf Seite 3 die heiße Mandy ihre Titten zeigt, ist der Tag doch schon wieder ein voller Erfolg, nicht wahr? Wenn man dann noch ab und zu bei „Mitten im Leben“ eine Hauptrolle spielen darf, ist man ja schon eine kleine Berühmtheit und nichts anderes als eine Bereicherung für das eigene Volk und hat sich die 2000 Euro Taschengeld redlich verdient.

Aber halt – wie kann das sein? Habt ihr euch um das „deutsche Volk“ doch nicht weiter verdient gemacht, als Sozialleistungen zu kassieren. Von eben dem Staat, den ihr so gerne abschaffen wollt.

Wobei, da tu ich euch ja Unrecht – ihr gebt so viel davon schließlich in Form von Tabak- und Alkoholsteuer zurück.

Na ja, euren Lebensstil müsste ich mir auch schön saufen, das gleiche gilt wahrscheinlich für die Alte neben euch auf dem Sofa.

Ich bitte euch einfach, bleibt so wie ihr seid! Denn so wie ihr seid, seid ihr super! Super dumm und abartig, aber super! Damit habt ihr dann nicht nur etwas, auf das ihr stolz sein könnt (neben „euerm Laand“), sondern es wird für uns normal entwickelte Menschen auch leichter sein, euch und euer identitäres Gelaber zu identifizieren. Hinzu kommt, dass wenn ihr so super dumm bleibt, die oben beschriebene Schreckensvision von einem zukünftigen Deutschland niemals Realität wird!

Seid euch gewiss, dass es immer kluge und aufrechte Menschen in diesem Land geben wird, die euch und euren abstrusen Vorstellungen und Ideologien entgegen treten werden und dass ihr nie, nie, niemals mehr auch nur ansatzweise eine Macht in Deutschland sein werdet!

Glaubt nicht, dass Deutschtum und eure Herkunft irgendetwas zu bedeuten hätte, denn mehr und mehr entlarvt ihr euch als das, was ihr in Wahrheit seid: Ganz, ganz arme Schweine, die zu dumm sind, die Wahrheit zu sehen und sich lieber in Hass ergehen, als den steinigen Weg der Offenheit zu gehen. Ich würde euch ja noch zeigen, wohin „rasseinterne Fortpflanzung“ irgendwann führt, aber ich glaube, ihr seid bereits der beste Beweis.

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Schlechte der Welt, tausend miese Krankheiten, einen dicken Stromausfall, die Krätze an den Hals, eine kaputte Waschmaschine, einen Drachen als Schwiegermutter und ewigen Regen für eure „Spaziergänge“!

PS: Und wer mir jetzt mit „Ihr und Euch muss man aber groß schreiben!“ kommt, der hat zwar Recht. Aber das habt ihr Nazischweine nun mal einfach nicht verdient.

M

LogoAntiRacismCampaign

Was ist eigentlich „deutsch“?

Menschen schreien durcheinander, brüllen Parolen in die Nacht. Ein Jeder trägt eine Fackel oder eine Fahne spazieren, Mütter nehmen ihre Kinder bei der Hand. Viele sind betrunken, andere ohnehin angestachelt und aggressiv genug, für das, was gleich folgen soll…

Die Hetze ist zurück, in ihrer hässlichsten Gestalt drängt sie zurück auf die Straße. „Deutschland den Deutschen!“ ist wieder modern geworden, vereinzelt durch „Nein zum Heim!“ – und „Ausländer raus!“-Rufe. Steine, Böller, Flaschen fliegen, während der kreischende Mob sich aufmacht um denen entgegenzutreten, die in ihrem Leben schon so viel mehr durchgemacht haben, als sich der ostdeutsche Durchschnittsnazi von seinem Fliesentisch aus auch nur entfernt vorstellen kann.

Wer mit Sand und Hitze eben nur Mallorca und den Ballermann verbindet und mit körperlichen Strapazen das Gassigehen mit dem Rottweiler, der kann sich eben nicht vorstellen, wie eine mehrmonatige Flucht durch unwirtliche Gegenden aussieht. Wer sich Nike-Schuhe und Thor-Steinar-Pullis leistet, weiß eben nicht, wie es ist, mit nichts als der Kleidung am Leib die Reise in ein vermeintliches Paradies anzutreten. Und wer selber nichts im Leben gelernt hat, hat eben Angst, dass eine gut ausgebildete Fachkraft aus Syrien oder Nigeria eher einen Arbeitsplatz bekommt.

2006 hieß es „Die Welt zu Gast bei Freunden“ und, getragen von der WM, erfuhr das Land eine unglaubliche Euphorie. Konnte es wirklich sein, dass Deutschland und die Deutschen trotz des rechten Minimalrandes ihre neue Identität gefunden und die Schrecken des Dritten Reiches endgültig überwunden hatten? Konnte es sein, dass diese WM dazu reichte?

Heute wissen wir, dass es wohl nicht gereicht hat. Wir können noch so viele Fußballturniere ausrichten, Menschen aus anderen Ländern empfangen wir trotzdem nicht immer mit offenen Armen und einem freundlichen Lächeln. So erlischt diese neue gewonnene deutsche Identität im flackernden Licht der Fackelzüge, so vergeht unsere Hoffnung auf eine offene, mutige und menschliche Gesellschaft in Resignation über Facebook-Kommentare, in denen offen die Wiederaufnahme der Vergasungen in Auschwitz verlangt wird.

Doch sind das Deutsche, die so etwas schreiben? Können das Deutsche sein, wenn doch immerhin die Mehrheit von ihnen nicht einmal die deutsche Rechtschreibung beherrscht? Können das Deutsche sein, wenn sie 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Vernichtung anderer Ethnien verlangen und gleichzeitig „einem  Volkssturm gleich“ (..) die Identität des deutschen Volkes als Über-Volk und „Herrenrasse“ wiedererstehen lassen wollen?

Zum Glück nicht.

Zum Glück sind es einige wenige Spinner, die, außer auf Facebook, wohl wenig Resonanz finden werden. Das Dritte Reich war und ist Geschichte. Dumm nur, dass offensichtlich so wenige daraus gelernt haben. Dass so viele sich auf die Seiten der rechten, rassistischen Hetzer stellen und diesen Schweinen, diesem Pack, Gehör schenken und ein Forum schenken. Dass sie ihre Märsche mitmachen. Dass alle, die anderer Meinung sind und sich auf die Seiten dieser armen Menschen, die in ihrer Verzweiflung bis zu uns kommen, stellen, als „Volksverräter“ abgestempelt und niedergeschrien werden. Und dass wieder Heime und Aufnahmestellen brennen, Morddrohungen ausgesprochen werden und Menschen aufgrund ihrer Herkunft Angst um ihr Leben haben müssen.

Jenen Deutschen, die so wenig deutsch sind, wünsche ich eine ähnliche Flucht, den Politikern und Rädelsführern, die mit ihrer Polemik kräftig mitmischen, die Pest an den Hals.

IHR seid keine Deutschen! Ihr seid Rassisten!

Deutsch sein heißt vor allem, die zentrale Rolle Deutschlands in der Geschichte, aber auch seine zentrale Rolle im heutigen Europa wahrzunehmen und anzuerkennen. Aber auch, zu erkennen, wie sehr diese Deutschland in seiner Rolle von anderen profitiert.

Wer Panzer an Kriegsverbrecher verkauft, der kann auch hinterher die Versehrten und Kriegsopfer aufnehmen.

Wer Saatgut außerhalb Europas massiv mit Zöllen belegt, der kann auch die Hungernden speisen, wenn sie bis hierher kommen.

Wer Europa in eine Festung verwandelt, der kann auch Ertrinkende aus dem Mittelmeer retten.

Doch wer ohne nachzudenken die Wiedereröffnung von Auschwitz oder Dachau fordert, der kann nur eines – unbelehrbar und dumm sein.

Und so klammere ich mich fest an den Gedanken, dass Deutschland, dass die Deutschen eben nicht so sind. Dass es nicht „deutsch“ ist, gegen Flüchtlinge zu sein. Sondern dass die Mehrheit, obgleich die schlimmen Meldungen überwiegen, das wahre Gesicht Deutschlands zeigt. Und nur allzu gern Hilfe leistet, egal was es kostet.

Denn das ist menschlich.

Wie es um die Pflege steht.

Lange nichts geschrieben, erst Recht nicht im Bereich Sozialpolitik.

Die jüngste Serie an Stern-Artikeln über die Zustände im deutschen Gesundheitssystem, insbesondere in den deutschen Krankenhäusern, hat mich mal wieder zum Nachdenken gebracht, immerhin gehöre ich direkt zu den Betroffenen.

Da ich selbst Auszubildender zum Gesundheits- und Krankenpfleger bin, verfolgte ich diesen so plötzlichen medialen „Aufschrei“ des Sterns natürlich mit Interesse.

Nach der ersten Lektüre die Ernüchterung: Ein Pfleger berichtet aus seinem katastrophalen Arbeitsalltag, mit Augenmerk auf verschiedene Bereiche, in denen es ach so unmenschlich abläuft. Dass er damit zunächst einmal nicht Unrecht hat wird aber durch den durch den Bericht vermittelten Eindruck geschmälert, es gehe in allen Krankenhäusern gleichermaßen zu, immer und zu jeder Zeit. Ein wenig Differenziertheit wäre hier wohl wünschenswert, ist aber angesichts der fehlenden journalistischen Ausbildung der meisten Pfleger und Pflegerinnen nicht zu verlangen.

Klickt man sich aber durch die Links zu den weiteren Artikeln zum Thema, in denen durchaus auch „mächtigere“ Personen zu Worte kommen, die den allgemeinen Kanon teilen, beginnt das Nachdenken erst recht.

Lange schon wollte ich einen Artikel zu diesem Thema schreiben, vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt dafür.

Unabhängig von Aufregerthemen wie Hygiene-Skandalen oder mordenden Pflegern, versuche ich mal, das Ganze nüchtern darzulegen, ohne hier mit Schmutz über meine Arbeit um mich werfen zu wollen. Außerdem kann ich für mich selbst nicht allzu viel Berufserfahrung attestieren, auch wenn der Tenor unzumutbarer Zustände vom kleinen Krankenpflegeschüler bis zu den Chefärzten reicht.

Ich gehe daher auch nicht auf konkrete Zustände in meinem eigenen Hause ein, was ich einfach unfair meinem Arbeitgeber gegenüber fände. Denn auch wenn viele immer nur Negatives sehen, so gibt es auch positive Dinge zu berichten, auch von seiten der höheren Krankenhaushierarchie. Nicht anders war es ja auch in einem der Stern-Artikel zu lesen.

Doch zunächst will ich die Frage nach den Gründen für diesen Beruf stellen und beantworten:

Die Arbeit mit Menschen macht Spaß. So vielfältig wie Menschen sind, ist auch die Arbeit mit ihnen. Klar, der eine oder andere Patient ist schnell genervt und geht mir als Pfleger auch einfach auf den Keks. Aber wenn eine nette, alte Omi einem ein Lächeln schenkt oder mit zitternden Fingern über die Wange streicht, um ihre Dankbarkeit auszudrücken, macht das eine Menge Frust wett. Und auch die nervigen Patienten kann man häufig verstehen, wenn man sieht, wie lange sie zum Teil in einem Krankenhausbett liegen und auf Untersuchungen und Gespräche mit Ärzten warten müssen. Wir als Pflegekraft sind dann ein Ventil für angestaute Sorgen, Ängste, Unsicherheiten und auch Aggressionen. Doch auch für diese Patienten sind wir da.

Wir sind da, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, an Feiertagen und an Wochenenden, wenn andere auf Parties, Geburtstage, Abendessen, BBQ´s oder ins Kino gehen. Wir stehen um fünf Uhr morgens auf und gucken um Sechs schon durch die Akten und in den PC, versuchen den Tag zu planen und mit der Zeit hinzukommen.

Und wir tun das gerne. Auch wenn ich für meinen Teil meine berufliche Zukunft eher in der Medizin selbst sehe, mache ich meine Arbeit gerne. Ich versuche stets nach bestem Gewissen menschlich und bedürfnisorientiert zu handeln, was mir leider allzu oft nicht möglich ist.

Was uns die Arbeit mit kranken Menschen also wirklich vermiest und in einigen Fällen unmöglich macht, sind die herrschenden Bedingungen, für die weder die Patienten, noch die Pflege, noch die Ärzte und auch das Management zu 99% nichts können. Sicher, wenn man unzufrieden ist, sind zunächst immer erst „die Anderen“, in dem Fall vielleicht die Vorgesetzten Schuld. Aber ich denke, dass hier der Druck vor allem nur weitergereicht wird.

Seinen Ursprung hat die Problematik meiner Meinung nach in unseligen Umstellungen wie dem Abrechnen nach Fällen, dem sogenannten DRG-System, das mehr und mehr zu einem „Masse statt Klasse“-System verkommt, trotz der Nachbesserungen, die die Politik bisher angestrebt hat. Bekommt eine 57-Jährige Frau eine künstliche Hüfte, ist sie ohne Komplikationen nach ca. 12 Tagen gesund genug für die Entlassung. Bekommt eine demente 75-Jährige eine künstliche Hüfte, die dabei öfter mal aus dem Bett springt, in dem sie dank Bettgitter zum Eigenschutz eingesperrt ist, ist ein zum Teil erheblicher pflegerischer Mehraufwand gegeben und sie kann auch erst nach vielleicht 21 Tagen das Haus verlassen. Das System bildet diesen Mehraufwand aber nur sehr eingeschränkt ab, obwohl die zweite Patientin bei gleicher Diagnose und OP erheblich mehr Aufwand und damit Kosten verursacht hat.

Auf der anderen Seite kommt hinzu, dass die Betriebskosten eines Krankenhauses zu 60% aus Personalkosten bestehen, von denen wiederum ein nicht unerheblicher Teil auf die Kosten für die Pflege entfallen. Wenn man also alle Möglichkeiten der Ersparnis, wie z.B. bei Energie und Material, ausgeschöpft hat, bleibt nur das Personal als Einsparmöglicheit.
(Und nicht in jedem Haus gibt es einen Personalschlüssel, der garantiert, wie viel Pflegekräfte für wie viele Patienten zuständig sind – ein Umstand, dessen Änderung durch unseren ehemaligen Gesundheitsminister, Herrn Bahr, abgeschmettert wurde. Welcher jetzt im übrigen bei einer privaten Krankenversicherung als Berater tätig ist.)

Die Entwicklung hier läuft also auf immer mehr Patienten, die von immer weniger Pflegekräften versorgt werden, hinaus. Da spreche ich dann von einem Pflegenotstand anderer Natur. Denn immerhin sollen Pflegekräfte bei all dem Stress gleichzeitig noch möglichst regelmäßig Fortbildungen besuchen und immer weiter neue Tätigkeiten lernen und übernehmen, um flexibel aufgestellt zu sein und den ebenso stressgeplagten Ärzten weitere Teile ihrer Tätigkeiten abzunehmen.

Sicher, positiv dabei ist, dass die Pflege sich nicht mehr als bloße Erfüllungsgehilfin sehen muss. Aber wenn ich doch mehr und mehr Qualifikationen erreichen muss, um mit der Zeit zu gehen und immer mehr und mehr Dokumente kennen, ausfüllen und nachweisen können muss, warum ist es dann bitte so schwer, diese neue Rolle der Pflege anzuerkennen und bitteschön auch entsprechend zu vergüten? Unsere Arbeit macht uns krank, Rückenleiden und Burnout sind nicht mehr selten, Stress und andauerndes, schweres Heben fordern einfach ihren Tribut. Aber warum muss man gleichzeitig noch für Ärzte mitdenken, Sekretär und Transporteur sein, den Seelsorger für rund 25 Personen und womöglich auch noch Kollegen spielen, ohne die Gesamtheit und Vielfalt dieser Tätigkeiten angemessen honoriert zu bekommen?

Nebenbei soll man in unserer alternden Gesellschaft natürlich auch noch eine Familie gründen und Kinder erziehen, trotz Stress und Schichtdienst, 12 Tage-am-Stück-arbeiten und den üblichen Widrigkeiten des Alltags.

Nicht nur, dass die Pflege so direkt davon betroffen ist, auch Fehler und Mängel kommen so gehäuft vor. Auch in der Hygiene. Da werden dann schon mal Tabletten, Patienten oder Akten vertauscht, Patienten müssen im Liegen selber gucken, wie sie mit dem Essen klar kommen, statt an der Bettkante zu sitzen und es angereicht zu bekommen, da wird mal ein Nachtschrank weniger geputzt, weil man schon fünf andere da stehen hat, es wird eine Salami-Visite gehalten, deren folgende Anordnungen man dann zwischendurch wenn gerade Zeit ist, umsetzt oder für die ach so wichtige Dokumentation eine halbe Stunde länger geblieben, für die man natürlich keinen Korrekturzettel schreibt, weil man die Zeit eh nicht zugeschrieben bekommt. Der Spätdienst ist ja schon da. (Und ist aber mit seiner eigenen Arbeit beschäftigt).

Es krankt an allen Ecken und Enden-  hier kann ich dem Stern traurigerweise nur zustimmen. Nichtsdestotrotz macht mir mein Job Freude, auch wenn mein Rücken sich beschwert und dem Ganzen einen Riegel vorschieben wird und ich eben nicht zu den Hardcore-Schwestern zähle, die auch mal krank arbeiten kommen.

Ich bin glücklich damit, wenn die nette Omi sich bedankt, denn dann habe ich zumindest mal einen Teil meiner Arbeit richtig machen können.

In Zukunft wird die Pflege noch professioneller sein müssen- und vor allem zahlreicher, angesichts steigender Zahlen an alten und kranken Menschen. Doch sie soll dann auch bitte die Würdigung erfahren, die ihr zusteht, materieller wie immaterieller Natur.

Ich wünsche mir, dass die Pflege in Zukunft einen ähnlich hohen Stellenwert wie die Ärzteschaft hat, dass auch die Bezahlung ähnlich ist und dass Krankenhäuser nach Qualität, nicht nach der Zahl der abgerechneten Fälle wirtschaften können (und müssen). Ich wünsche mir, dass die Ärzte der Pflege mehr zutrauen, dass das Management sich ein wenig mehr den Sorgen der Pflege annimmt und dass alle Menschen in Deutschland sicher sein können, auch im nächsten Krankenhaus um die Ecke die bestmögliche Versorgung bekommen.

Je suis Charlie

Je suis Charlie

Als ein Mensch, dem nichts wichtiger ist, als die persönliche Freiheit, die eigene Meinung, Gerechtigkeit und das Ausleben des Ichs, komme ich heute nicht umhin, meine Meinung zu den Vorkommnissen in Frankreich diese Woche kundzutun. Auf der einen Seite hat man nur darauf gewartet, dass der Terror nach Europa zurückkehrt. Dass er es auf diese entsetzliche Art getan hat, schockiert auf der anderen Seite dann doch auch sehr persönlich.
Europa, die Wiege von Freiheit, Gleichheit, westlichen Werten und westlichem Recht, ins Herz getroffen von denjenigen, die sich mit mittelalterlichen Vorstellungen gegen vermeintlich persönliche Beleidigung „wehrten“.

Dass es dann ausgerechnet eine Satire-Zeitschrift getroffen hat, macht irgendwie noch mehr betroffen. Denn hier wurden nicht bloß Menschen auf grausame Art und Weise aus dem Leben gerissen, nein, sie wurden aufgrund ihrer Arbeit, ihrer eigenen Entfaltung, hingerichtet. Hier wurde auf symbolische Art ein westliches Grundrecht attackiert, von bösartigen, dummen Tieren, die ihre eigenen Grundrechte schon lange völlig abstrusen Ideologien unterworfen haben.

Freie Meinung, ein Grundrecht, ein Menschenrecht. Nichts wird in dieser Welt so sehr mit Füßen getreten.
Da wo Menschen aufeinander treffen, enstehen zwangsläufig verschiedene Ansichten und Ideen, entstehen Diskussionen und Umdenken, Anpassung und Kompromisse. Ohne diese Grundeigenschaft, die uns zusammen mit Reflexion und Selbstreflexion grundlegend von den Tieren unterscheidet, wäre für die Menschheit keinerlei Evolution oder gar Aufstieg, keinerlei Zivilisierung oder Zivilisation möglich gewesen.

Umso mehr schockiert es, dass diese Eigenschaften von einigen wenigen verkümmert, beschnitten und mit Füßen getreten werden, weil es ihnen irgendeine verdrehte Perversion eines Glaubens (egal, welches Glaubens) diktiert. Diktieren. Diktat. Diktator.
Das Wort beschreibt die Schattenhaftigkeit des Ganzen am ehesten.

Wo persönliche Meinung und Diskurs mit anderen vorhanden sind, schwingt auch immer die Provokation, im Sinne des Religiösen die Blasphemie, mit. Provokation, Hinterfragen, Kritik üben, bilden den Motor der eigenen, aber auch der zivilisierten Entwicklung. Gerade die Zeit der Aufklärung hat aufgezeigt, wie essentiell dieser Motor für die Menschheit ist. Traditionen sind wichtig, sind gut, bilden ein übergeordnetes Gedächtnis. Aber manche Dinge müssen eben angepasst werden oder einfach Erinnerungen bleiben.
Einigen Teilen der Welt fehlt die Aufklärung noch. Und solange dies nicht passiert ist, solange nicht alle Menschen Glauben und Religion, sowie die Kritik daran als Ausleben der Persönlichkeit und nicht mehr empfinden, solange werden Menschen einander Gewalt antun, um überholte und pervertierte Ansichten durchzusetzen. Und solange werden auf dieser Welt Individuen existieren, die durch ihre Ansichten den Tieren noch näher sind, als dem entwickelten und aufgeklärten Menschsein.

In diesem Sinne denke ich an jene Männer und Frauen, die für die Flamme der Freiheit der eigenen Meinung ihre Leben lassen mussten und hoffe, dass ihre Opfer im Sinne einer gesamtmenschlichen Entwicklung nicht umsonst gewesen sind.

Je suis Charlie.

Vernunftmenschen gegen die Verdummung und Verhetzung des Abendlandes

kein-ort-logo

Es ist mal wieder soweit, die Wut ist groß und muss raus, eine neue Gelegenheit, meine Meinung in die Welt zu posaunen.

Es geht um (ich will es eigentlich gar nicht schreiben) PEGIDA, BAGIDA, OGIDA, DÜGIDA und all die anderen „Patrioten-Demos“, die dieses Land im Moment so viel mehr zerstören, als eine vermeintliche Bedrohung durch den Islam es je könnte.

Ich dachte eigentlich immer, dass mit der Europäischen Union, Moscheen im Stadtbild, muslimischen Ärzten, Freunden, Nachbarn, Bekannten, Döner und Ayran, Fremdsprachenunterricht, freier Meinung und Bildung und dem Geschichtsunterricht zum 3. Reich der Völkerverständigung und der Erziehung des deutschen Volkes zu einer offenen und menschenfreundlichen Gemeinschaft Genüge getan sei.

Ich hab mich wohl getäuscht. In Dresden marschieren jede Woche 10.000 Gründe gegen diese Annahme. Manchmal wünsche ich mir, mich getäuscht zu haben. Aber leider scheint es, als hätten einige Wenige angesichts vermeintlicher und realer Bedrohungen und Krisen (der IS ist eine Krise, der Islam ist keine Bedrohung!) das Vertrauen in unser Miteinander verloren und suchen sich jetzt, geführt und verhetzt von Faschisten, Rassisten, Neonazis und Verschwörungstheoretikern den Islam zum Ziel ihrer Ängste und ihres Hasses.

Ich habe mir immer gewünscht, dass Parteien und Gruppen wie NPD und Co irgendwann an ihrer eigenen Dummheit untergehen, auch, weil die Deutschen aufgeklärt genug sind, über den braunen Schatten zu springen.

Auch hier habe ich mich wohl getäuscht, ein Gefühl, das Wut und Trauer und manchmal auch Hilflosigkeit bedeutet, angesichts von Bildern, die stark an 1933 erinnern, auch wenn hier keine Uniformen getragen werden.

Doch versuchen wir doch ein wenig Aufklärung zu betreiben:

Der Veranstalter von PEGIDA in Dresden begründet die Notwendigkeit zu den Demos auch mit der vermeintlich hohen Kriminalität von Ausländern. Zum Einen schließt das Wort „Ausländer“ mehr als nur Muslime ein, zum Anderen liegen speziell Straftaten in Dresden, die einen rechtsextremen Hintergrund haben, sehr sehr viel höher als islamisch geprägte oder von Ausländern begangene Zahlen an Straftaten. Zu guter Letzt ist eben jener Mann selbst mehrfach vorbestraft, auch wegen Betruges.

Das zum deutschen Gutmenschentum.

Weiterhin finde ich es bedenklich, wie viele einfache Leute sich hinreißen lassen. Sicher, auch ich selbst bin nicht gerade ohne Probleme und Streitigkeiten mit „Türken, Marokkanern und Albanern“ groß geworden (so klang das eben damals). Aber ich habe ebenso viele Probleme und Streitigkeiten mit Deutschen gehabt, nicht nur mit anderen Kindern mit einem Migrationshintergrund.

Und sicher gibt es genug Jungs von der Sorte „Was guckst du?!“. Aber all diese Situationen sind nicht Fehler oder Schuld des Islams, sondern vielmehr Schuld der verfehlten Einwanderungs- und Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte, etwas, was sich in unserer Gesellschaft gerade wiederholt.

Wenn wir andere Menschen nicht willkommen heißen, haben sie auch keine Chancen, sich anzupassen und zu integrieren. Den Islam hier zu verbieten hätte bloß zur Folge, dass Extremisten wie Salafisten noch mehr Jugendliche von ihren verdrehten Werten überzeugen können.

Ich denke, mit Offenheit und Toleranz ist es sehr viel leichter, den gesellschaftlichen Umbrüchen zu begegnen, als mit Demonstrationen und Aufmärschen, die letztendlich doch nur einer Bewegung nutzen: Den Faschos und Rassistenschweinen.
Die bedrohen die deutsche Kultur (wenn es die gibt) viel mehr als Islam, Muslime, Juden, Ausländer, Schwarze, Linke, Homos, Europa oder die USA!

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem Frauen ohne Strafe ihre Männer schlagen.
Das tun Deutsche aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem Moscheen eine Stadtsilhouette überragen.
Das tun Kirchen aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem religiöse Extremisten Menschen an der Tür und auf der Straße nötigen.
Das tun christliche Gruppierungen aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem nur Religions- oder Islamunterricht Teil der Schulbildung ist. Es ist aber so.

Ich möchte, dass alle Kinder alle Religionen kennenlernen und sich ihre eigene Meinung bilden können!

Ich möchte, dass jeder zu einem vernünftigen Menschen mit einem offenen Herzen herangezogen wird.

Ich möchte, dass Menschen für Menschlichkeit, Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung auf die Straße gehen!

Ich möchte, dass für Rassismus, aber auch Extremismus kein Platz in unserer Gesellschaft ist!

Ich möchte, dass Menschen, egal welcher Kultur, Hautfarbe, Religion oder Ethnie sie angehören, Respekt und Offenheit für die Meinung anderer haben.

Ich möchte, dass Witz und Spott weiterhin als solche eigene Meinung gesehen werden, nicht als Diffamierung des Einzelnen oder seiner Religion oder Politik.

Ich möchte, dass unser Land, unsere Gesellschaft, ja, unsere Zivilisation endlich Streit, Hass und Rassismus überwindet und die Menschheit eins ist.

Egal wie sehr das jetzt nach Utopie klingen mag, wenn der Einzelne nicht daran glaubt, wie könnte es dann die Mehrheit oder gar alle?

Ich möchte, dass die Großen und Mächtigen sich endlich dieses Problems annehmen, langfristig denken und die Abhängigkeit vom Hier und Jetzt überwinden, statt sich immer nur wegzuducken, wenn es Risiken gibt.

Zum Schluss noch eines: Lasst euch nicht blenden! Lasst euch nicht verführen! Lasst nicht zu, dass dieses Land ein neues Trauma erfährt, gebracht von einigen Unverbesserlichen!
Kämpft gegen Rassismus, Intoleranz und Verhetzung!

Gegen Nazis! Gegen Faschismus und Rassismus! Gegen PEGIDA!

Schönen Abend,

euer M

Gegen die Menschlichkeit

…ist, was zur Zeit nicht nur in den Krisengebieten dieser Welt passiert, sondern auch an der Heimatfront.

Hunderttausende unschuldige Menschen sind zur Zeit auf der Flucht, sei es wegen des Bürgerkriegs in der Ukraine, des Vormarsches des IS in Irak und Syrien oder „bloß“, weil diese Menschen in ihren Heimatländern keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder sehen.

Und wir in Deutschland müssen uns dieser Tage neuen Problemen stellen, die aus eben jenen Krisen resultieren.

Oder sind es wirklich neue Probleme?

Dass Afrika ein Kontinent ist, den unser Land, die EU, als auch China und die USA systematisch ausbeuten, ist ja nichts neues. Auch dass es immer wieder Leute gibt, die es schaffen, genug Geld zusammenzukratzen, um sich eine lebensgefährliche Überfahrt nach Lampedusa zu ergattern, ist nicht sonderlich neu.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

Nach den Balkankrisen gibt es auch heute noch genug Menschen in Kosovo und Serbien, die vor Armut, Vertreibung und Gewalt fliehen müssen, darunter auch die Sinti und Roma.

Auch sie sind oft auf Schleuserbanden angewiesen, die diese Menschen mehr als nur ausbeuten.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit mehr als drei Jahren. Jahre, in denen Assad systematisch seine eigene Bevölkerung direkt oder indirekt dem qualvollen Tod überlassen hat. Auch der IS konnte durch dieses Vakuum, das auch durch eine schwache Regierung im gebeutelten Irak entstanden ist, an Macht gewinnen und so seine zahlreichen, grausamen Verbrechen begehen.

Viele Menschen fliehen zur türkischen Grenze, über das Mittelmeer oder versuchen auf anderen Wegen, Europa zu erreichen.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

 

Viele meinen, diese Menschen fliehen nach Europa, um an unserem Reichtum teilzuhaben und unseren Lebensstandard zu erreichen. Das mag in einigen Fällen stimmen. Doch werden die meisten vor nichts geringerem als dem sicheren Tod fliehen.

Und so wenige kommen überhaupt hier an. Noch weniger erlangen Asyl.

Und selbst bis dahin vergehen zum Teil Jahre quälender Ungewissheit.

Doch warum ist das so?

 

Nun, die Lage scheint kompliziert und doch ist sie relativ einfach: An Afrika verdienen wir. Wenn wir die Menschen auf diesem Kontinent nur arm genug halten, werden sie niemals die wirtschaftliche Stärke und Eigenständigkeit erlangen, unseren Wirtschaften Schaden zufügen zu können.

Und die paar, die genug Geld zusammenbekommen, um sich auf den Weg nach Europa zu machen, kann man ja am Mittelmeer abfangen. Nicht zuletzt deswegen gibt es Frontex, die Grenzschutzagentur der EU.

Zu diesen Flüchtlingen aus Afrika gesellen sich jetzt noch die Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten. Auch diesen wird der Asylstatus nur schwer zuerkannt, wenn sie es denn bis hierhin schaffen. Und dann werden sie in unseren mit öffentlichem Auftrag in privater Hand betriebenen Flüchtlingskasernen untergebracht, müssen von Taschengeld leben und dürfen keiner legalen Arbeit nachgehen. Dazu kommt seit neuestem, dass sie die Schikanen rechter Sicherheitsmänner über sich ergehen lassen müssen.

Was die EU und auch Deutschland bisher einfach übersehen haben und auch weiter anscheinend nicht sehen wollen:

Es gibt nicht den Flüchtling und auch nicht den Asylanten. Die Lebensgeschichten dahinter sind so vielfältig wie die Länder, aus denen die Menschen fliehen müssen.

Grundlegend ist aber festzustellen, dass es Menschen gibt, die sich hier, in unseren Ländern eine neue Zukunft aufbauen wollen. Dabei handelt es sich nicht bloß um arme afrikanische Bauern, sondern auch um Ingenieure aus Libyen oder Ärzte aus Ägypten. Menschen, die wir doch dringend brauchen!

Andererseits gibt es genug Flüchtlinge, die um ihre Leben fürchten und daher temporär in einem sicheren Land unterkommen wollen. Diese Menschen wollen aber nicht hier bleiben!

Wo ist also das Problem, diesen Leuten fair und anständig Hilfe anzubieten, vielleicht sogar eine temporäre Arbeit? Bis sie genug Mittel und Sicherheit haben, sich in ihrer Heimat wieder ein Leben aufzubauen.

Aber nein, wir bomben lieber oder liefern Waffen zur Unterstützung, damit das Leiden exponentiell weitergehen kann. Oder unterstützen die Ukraine wirtschaftlich mit zwei Milliarden Euro, woraufhin diese erst einmal 500 Millionen für neues Kriegsgerät ausgibt.

Ich plädiere an dieser Stelle für ein Umdenken. Eine Neuordnung des Asylrechts, mit der eigenen Menschlichkeit als Grundlage und nicht wirtschaftlichen oder weltpolitischen Interessen.

Wenn es um Menschenleben geht, müssen wir alle unser möglichstes geben, auch wenn es uns viel kosten sollte. Das ist unsere Verantwortung als aufgeklärte Menschen, die wir zu sein vorgeben!

Wir dürfen nicht länger zusehen, wie unschuldige Menschen an Europas Grenzen von Hunger, Durst, Krankheit und Leid dahingerafft werden, während andere wirtschaftlich oder kriegerisch ihre Heimat zerstören!

Behaltet euch eure Menschlichkeit!

 

M

 

Dazu: http://www.proasyl.de/

Für mehr Frieden auf der Welt.

war_is_not_the_answer_

Der Titel verrät es vielleicht schon, es ist wieder an der Zeit, ein politisches Thema zu behandeln. Eines, dass mich gar nicht mal so sehr direkt betrifft, aber betroffen macht.

Auf Spotify läuft gerade „Guilty all the same“ vom neuen Linkin-Park-Album und bei Facebook flimmern immer wieder mal kleine Beiträge oder Bilder zur derzeitigen Lage im ach so Heiligen Land.

Nicht dass mich das sonst sonderlich stört, jeder hat seine Meinung und gerade Netzwerke wie Facebook fördern in gewissem Maße die Meinungsfreiheit.

Aber vieles davon ist in meinen Augen nicht nur sonderlich wenig förderlich, sondern geradezu verachtenswert.

Sein Profilbild für die Agenda der Palästinenser zu nutzen ist eine Sache. Videos zu veröffentlichen oder zu teilen, in denen brutale Morde an Muslimen gezeigt werden, um gegen Israel Stimmung zu machen, sind was ganz anderes.

Was ich bemerke ist, dass viele sich allzu leicht auf die eine oder andere Seite begeben und vieles, was im freien Netz kursiert, als wahr und gegeben hinnehmen, um es dann zu teilen.

Kaum jemand macht sich die Mühe, die Informationen, die er da sieht oder aufnimmt, zu hinterfragen. Was ich im Übrigen schon bei der Information, die besagte, es seien drei Jugendliche von der Hamas entführt worden, getan habe.

Schließlich wirkt eine landesweite Razzia mit dreitausend Soldaten doch etwas übertrieben, auch wenn entführte Kinder auch meiner Meinung nach immer alle Kräfte rechtfertigen.

Vor allem, wenn das Ganze in einem neuerlichen Blutvergießen mit Bombenabwürfen und Raketenbeschuss endet. Wenn wieder Menschen einander Gewalt antun, in dem Glauben, sie kämpften für eine gerechte, nämlich ihre, Sache.

Ich bitte darum, mich nicht falsch zu verstehen: Ich ergreife hier keine Partei, sondern sehe sowohl das Verhalten der israelischen Regierung, als auch das der Hamas sehr kritisch. Der Klügere gibt nach, ein Satz, der hier seit sechzig Jahren und mehr keinen Inhalt hat.

Ich bin sehr dafür, dass die Palästinenser einen eigenen Staat erhalten, schließlich leben sie seit Jahrhunderten auf besagtem Gebiet und haben es nicht verdient, wie eine kaum geduldete Minderheit behandelt zu werden. Auf der anderen Seite verdienen es auch die friedlichen Juden in Israel, dass sie eine sichere Heimat und ein Zuhause haben.

Ich möchte mich jetzt hier nicht über Völkermord, Zionismus oder gar die Gräuel des Dritten Reiches auslassen. Zum Einen habe ich davon im Falle des Zionismus und des Palästina-Konfliktes nur wenig Kenntnis, zum Anderen will ich niemandem auf die Füße treten, egal, ob diese in Turnschuhe oder Sandalen stecken.

Doch egal, welche Gruppe welche Begründung anführt und wie sehr man jener Begründung dann Glauben schenken kann, soll oder will:

Alle großen Religionen predigen die Nächstenliebe, doch kaum jemand scheint sich daran zurück zu erinnern, wenn wieder im Namen von diesem oder jenem Ziel gemordet wird.

Es ist nicht fair, dass die israelische Regierung ganze Wohnblöcke einebnet, dass Kinder und Jugendliche darin umkommen und dass eine ganze Region und ihre Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt werden. Aber es ist eben auch nicht fair, aus Rache oder welchem Grund auch immer, das Volk des Gegners mit Raketen unter Beschuss zu nehmen.

Und ob auf dieser oder jener Seite ein Mensch oder einhundert umkommen, es spielt keine Rolle: Sie alle sind tote Menschen zuviel.

Ich appelliere an alle, sich dem Hass und der Dummheit Einzelner nicht zu unterwerfen. Ich bitte euch nicht, wegzuschauen oder es zu ignorieren! Aber lasst euch nicht eine Meinung vorgeben, die ihr in eurem Inneren unmöglich teilen könnt! Lasst euch nicht zu Propaganda-Zwecken missbrauchen!

Kämpft für die Völkerverständigung! Kämpft für Frieden und Gerechtigkeit und dafür, dass aller alter Hass und Neid überwunden werden! Zeigt Flagge, aber lasst euch nicht instrumentalisieren!

Für mehr Frieden auf der Welt.

M

Traurig.

Zum Ergebnis der Europawahlen:

 

Ganz wie der Titel es schon sagt; ich bin traurig. Ich bin wütend und ich bin fassungslos. 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hat 20% der europäischen Bevölkerung nichts Besseres zu tun, als in seiner Politikverdrossenheit den Dummen, Populisten, Fremdenhassern, Antisemiten und ewig Gestrigen seine Stimme zu geben.

Eine Stimme, die das Volk doch viel besser zum Protest in verbaler Form nutzen sollte. Die Idee Europa scheitert an ihrer eigenen, weiteren Umsetzung, wird sie doch weit entfernt von den 500 Millionen Menschen umgesetzt, die in Europa leben. Die Politik, gerade die europäische, hat sich so weit von den Menschen entfernt, die sie eigentlich legitimieren, dass das Grundvertrauen in die herrschende Klasse immer weiter schwindet und nach und nach in Protest umschlägt. Aber leider nicht in den Protest, den wir in Europa brauchen.

Die Menschen verschaffen ihrer Wut Luft, in dem sie sich jenen zuwenden, die ihnen vermeintlich Schuldige aufzeigen können. Und das sind dann die Nigerianer, die Marokkaner, die Juden und die Sozialisten. Das sind alle, die nicht aus dem gleichen Land stammen, wie man selbst, alle, die nicht meine Sprache sprechen oder meine Religion ausüben. Die Menschen in Europa sind seelisch am Experiment EU gescheitert, enttäuscht und frustriert darüber, was Komission und Co. mit ihnen machen. Dieses Gefühl richtet sich nun gegen die, die am wenigsten für die Misere können.

Kaum jemand, der Front National oder FPÖ gewählt hat, wird wirklich ein Neonazi sein. Mit Sicherheit haben die meisten dieser Wähler auf Nachfrage auch nichts gegen Nigerianer, Marokkaner, Juden oder Sozialisten. Aber es ist eben bequemer, denen die Schuld zuzuschieben, wenn man sich ohnmächtig fühlt ob der Übermacht und Überheblichkeit der Politik, die einem Bankenrettung, Jugendarbeitslosigkeit und Freihandelsabkommen beschert.

Wenn man sich ohnmächtig fühlt, weil man als einer von 500 Millionen seine Stimme abgibt und lediglich das Gefühl hat, damit nichts geändert zu haben.

 

Wo liegen die Ursachen für diesen Rechtsruck, diese Verdrossenheit und Enttäuschung, die sich jetzt in jenen völlig falschen Bahnen kanalisieren?

Grundlegend wohl bereits im Aufbau der Europäischen Union an sich. Ein Parlament mit über 700 Abgeordneten, das keine Gesetze vorbringen kann, wohl aber die der Komission bestätigen soll. Tausende Gesetze im Jahr, von denen die wenigsten wohl eingehend geprüft werden, sondern ganz so, wie sie die hauseigenen (wörtlich!) Lobbyfraktionen den Ausschüssen zugeschustert haben, übernommen werden. Tausende Schlupflöcher, durch die große Konzerne Abermilliarden an Steuern sparen, individuelle Vorteile erlangen und sich auf Kosten unseres Steuergeldes gegen selbstgemachte Probleme versichern.

Die Macht liegt nicht beim Volk, wir sollen nur den Eindruck haben, dem wäre so.

Weiterhin scheint mir, dass die gesamte Idee Europa bloß in ihren Grundzügen umgesetzt wurde. Viele Staaten, die nationale Identitäten bewahren wollen, aber gleichzeitig kontinentale Vorteile erlangen möchten. Das muss doch auf Dauer zu Krisen und Problemen führen. Wir haben eine gemeinschaftliche Währung, aber keine gemeinschaftliche Steuerpolitik. Wir subventionieren wo wir nur können, aber die Gelder versickern einfach irgendwo in kleinen Ecken, ohne dass je jemand kontrolliert, wo und wozu genau sie verwendet werden.

Hinzu kommen auf europäischer Ebene allzu viele „Persönlichkeiten“, die sich profilieren und herausstellen müssen, mit konservativen, altbackenen Ideen und Vorstellungen, die dazu dienen, das Volk mit der Vorstellung von den guten, alten Zeiten einzulullen, damit es ja nicht auf die Idee kommt, die grundlegenden Reformen zu fordern, die Europa, aber auch seine Einzelstaaten so dringen benötigen.

 

Zu guter Letzt scheint mir, dass vor allem auch die politische und sozialwissenschaftliche Bildung in Europa gering erscheint, will sagen, gering gehalten. So geben Leute ihre Stimme lieber den Rechten und Rassisten, weil sie sich in ihrer politischen Dummheit nicht besser zu helfen wissen.

Dabei kann der Ausweg doch nur in der Vergemeinschaftlichung bestehen, in der die eigene Identität mit der Europas verschmilzt. Einem Europa, das allen die gleichen Chancen bietet, und zwar wirklich. Das jedem Bürger das Gefühl gibt, nur das Bestmögliche für ihn zu wollen.

Es braucht Reformen in der EU. Es braucht Aufschreie, Protest und Gewalt, gegen die Ketten, die uns in dieser Ohnmacht halten. Es braucht eine Revolution von Unten gegen die da oben. Es braucht ein neues Gefühl der Identität, der Menschlichkeit und der sozialen Empathie. Es braucht ein Gewissen und Wissen für die größeren Maßstäbe, denen wir uns zuwenden müssen. Es braucht einen Robin Hood, der den Kapitalisten nimmt und den sozial Schwachen gibt!

 

In diesem Sinne,

 

M

Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte

Hey Leute!

 

Heute soll es wieder mal um was Politisches gehen:

Die Europäische Union.

 

Ich bin überzeugter Europäer. Ich bin der festen Meinung, dass wir Völker auf dem alten Kontinent unsere gemeinsamen Wurzeln kennen und nutzen müssen. Nicht nur im Sinne der Zusammenarbeit, sondern vielmehr auch, um uns als Einheit zu verstehen. Um Konflikte zu vermeiden und gemeinsam als bestes Beispiel voranzugehen, wenn es um die völkerpolitische Zukunft dieses Planeten geht. Denn über kurz oder lang werden alle Menschen an einem Strang ziehen müssen, über Grenzen religiöser, systemischer oder kultureller Natur hinweg.

Ich möchte nicht meine Identität als Deutscher aufgeben. Vielmehr möchte, dass sie erweitert wird, dass mein Horizont wächst mit jedem Land, das mein politisches Umfeld bereichert. Wir sind keine Römer und Germanen, keine Angeln, keine Sachsen, keine Barbaren, keine Commonwealth-Bürger und keine Revolutionisten und ich bin erst Recht kein Volksdeutscher.

Wir sind Europäer. Wir sind Deutsche. Wir sind Rheinländer. All dies gehört aber zusammen.

 

Wo dieses Denken noch nicht angekommen ist, ist die aktuelle Politik. Die Regierungen Europas möchten einen geeinten Kontinent, ganz so, wie ich es vorgestellt habe. Es gibt offene Grenzen, gemeinsame Gesetze, eine gemeinsame Währung. Eine gemeinsame Verantwortung.

Doch keine gemeinsame Entscheidungsgewalt.

Das EU-Parlament ist nichts anderes als eine Marionettentruppe, deren einziger Zweck die Bestätigung oder Verschiebung oft völlig unsinniger Gesetze.

Gesetze, die von einer Komission gemacht werden, die keiner Kontrolle unterliegt und deren politische Arbeit kaum auf Einfluss von außen geprüft werden kann.

Sei es die Pharmalobby oder, im großen Maßstab, ein Land wie die USA.

Entscheidungen die uns alle betreffen, werden von wenigen, hörigen, kurzsichtigen Menschen getroffen.

Was mich dabei momentan am meisten betrifft (und ich sage betrifft, nicht ärgert) ist das sogenannte Freihandelsabkommen über den transatlantischen Handel mit den USA.

Ein Abkommen, bei dem undurchsichtige Absprachen Undinge wie herabgesetzte Lebensmittelstandards produzieren, die unseren Verbraucherschutz auf Kosten des imperialistisch-kapitalistischen Konsumgedankens, der allem Amerikanischen zugrunde liegt, aushebeln.
Ein Abkommen, das wenige Prozente Wachstum (0,5% Prognose) und ein paar wenige Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig tiefgreifende Veränderungen, vor allem in der Lebens- und Umweltsicherheit, produziert.

Wir alle sind von etwas betroffen, was wenige, lobbygesteuerte und machtgeile Politiker in geheimen Verhandlungen beschließen.

Ich sage, wehrt euch! Erhebt eure Stimmen gegen diesen Frevel wider den europäischen Gedanken, ja, wider die Natur des Menschen an sich.

Wer sich die amerikanische Bevölkerung genauer ansieht, weiß, worin das alles in etwa enden wird. Und ich meine damit nicht bloß Fettleibigkeit und Diabetes. Das haben McDonalds und Coca Cola uns bereits gebracht.

Ich rede von mit genverändertem Mais gefüttertem Hühnchen, das mit Chlor gebleicht wird, bevor es auf meinen Teller kommt. Und Plastikverpackungen, die Gift enthalten, das sich in meinem Körper ansammelt und zu Mutationen führt.

Wollen wir wirklich ein solches Abkommen mit einem Land, dessen eigener, gewählter Präsident schon lange keine wirkliche Macht mehr hat, das sich in jedem mittelgroßen Konflikt dieser Welt als Polizei aufspielt, dessen Geheimdienste uns alle ausspionieren und in dem eine Person wie Sarah Palin sich konservative Politikerin schimpfen darf?

 

Ich sage NEIN! Als Deutsche, als Europäer, als Weltbürger und als Menschen, wehrt euch gegen die Bevormundung des Kapitals!

 

Einen schönen Abend,

 

M