Eine Fragestunde mit… mir selbst.

Für die Leute, die doch gern noch etwas über mich wissen wollen.

Warum schreibst du? Und warum schreibst du in einem Blog?

Tja, warum schreibe ich? Vermutlich, weil es trotz manchmal sehr bescheidenem Talent dafür doch Spaß macht. Wortspiele, Bilder im Kopf, Provokationen, Stilmittel. Erst, wenn man selbst zum Schreiberling wird, macht alles, was man je in der Schule zu Literatur gelernt hat, auch Sinn. Ich möchte unterhalten, ich möchte zum Nachdenken anregen und die Leute und Leser überlegen lassen, ob und wie viel von mir selbst in meinen Texten steckt. Und dann bin ich immer überrascht, wenn andere sagen, sie hätten in einer Figur glasklar mich selbst gesehen, auch wenn das für mich selbst zu dem Moment nicht so klar war.

Schreiben macht einfach Spaß. Es bietet mir nicht nur Ablenkung oder Beschäftigung, sondern auch ganz einfach die Möglichkeit, meine manchmal überschießende Kreativität, Gedankensprünge oder Wörterfluten zu sortieren und meinem Geist ein Ventil zu geben. Ich reagiere mich sozusagen ab, was man sowohl auf negative, als auch positive Energie beziehen kann.

Den Blog betreibe ich, nun ja, aus einer Laune heraus. Das Ding ist irgendwie zum Selbstläufer geworden, mittlerweile öffne ich eben eher wordpress statt Microsoft Word. Sicher, das Ganze wirkt im Endeffekt einfach nur unsortiert, aber bei dem Chaos kann ich vielleicht davon ausgehen, dass Leute, die etwas bestimmtes lesen wollen, auch über andere Texte stolpern.

Dennoch speichere ich die guten Texte natürlich ab, ändere und überarbeite sie immer wieder. Daher ist kaum ein Beitrag hier eine endgültige Fassung.

Aber wo liegt z.B. deine Motivation, wenn du Gedichte über die Liebe schreibst, dann aber plötzlich wieder eine traurig-melancholische Kurzgeschichte?

Ich weiß nicht, ob man von Motivation sprechen kann, wenn es um gefühlsbasierte Texte geht. Das meiste basiert doch eher auf spontanen Eingebungen, kürzlich Erlebtem und dann wieder doch Dingen, die ich länger schon mit mir herumtrage. Aber sich dann tatsächlich hinzusetzen und etwas zu schreiben, geschieht doch meist spontan. Deswegen sind meine Texte hier auch nicht perfekt. Was ich aber gar nicht schlimm finde, da der Blog doch eher dazu da ist, meine spontane Kreativität zu zeigen, als dass ich Texte von langer Hand plane. (Nicht, dass ich das nicht könnte.)
Warum ich so oft über die Liebe oder Melancholie schreibe, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Vielleicht, weil es für mich eben beides nur zusammen gibt, oder weil das eine manchmal aus dem anderen resultiert. Vielleicht, weil ich selbst allein bin oder weil ich in meinem Leben schon Dinge getan habe, die ich bereue und immer bereuen werde. Vielleicht aber auch, weil ich der festen Überzeugung bin, dass jeder Romantik braucht, sei sie kitschig oder nüchtern, sofort ersichtlich oder nur schwer verständlich. Nicht umsonst zähle ich Gedichte von Erich Fried zu meinen Einflüssen, sofern man solche beim spontanen Schreiben haben kann. Ich schreibe ja auch nicht für mich oder wegen mir selbst, sondern auch, um anderen zu zeigen, dass ich sie verstehe. Auch wenn ich sie vielleicht nicht einmal kenne. Mir ist herzlich egal, ob mich alle hypen und meine Texte sagenhaft gut finden oder nicht, solange es da draußen Leute gibt, die meine Texte lesen und sich sagen „Das fand ich jetzt gut, der Text versteht mich.“

Und selbst melancholische Kurzgeschichten schreibe ich manchmal mit einem Lächeln im Gesicht.

Du hast Erich Fried als eine Art Einfluss angesprochen. Welche Einflüsse hast Du noch? Oder vielmehr, welche Bücher liest du sonst?

Den Gedichtband von Erich Fried habe ich von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die damit ziemlich genau getroffen hat, was mich ausmacht und beschäftigt. Damals wusste ich das noch nicht so genau, auch wenn mir die Gedichte durchaus gefallen haben. Heute lese ich jedenfalls gerne immer wieder mal rein, um dann tief beeindruckt das Buch zurückzulegen. 

Sonst stehen bei mir eher Fantasy-, Science-Fiction- oder historische Romane herum, ab und an auch Thriller. Ich bin kein großer Literat, hab weder Schiller noch Shakespeare jemals komplett gelesen. Aber ich lese gern auch mal Texte im Netz, von anderen Bloggern oder was mir sonst so zufliegt. Ob man deswegen jetzt besser oder schlechter schreiben kann, sei dahingestellt. Ich war in der Schule Fan von Brecht, insgesamt hat wohl auch Politik und die Beschäftigung damit Einfluss auf mich.

Schließlich schreibe ich auch oft genug über Dinge, die mich stören und nerven. Oder Leute, die mich stören und nerven.

Was liest Du denn im Moment?

Gestern Nacht noch habe ich zum zweiten Mal (ja, ich lese Bücher mehrmals) „Der Heidenfürst“ von Bernard Cornwell begonnen. Davor waren es, glaube ich, drei Romane aus dem Expanded Universe von Star Wars. 

Wie kommt´s, dass Du als Mann nicht nur schreibst, sondern auch relativ viel kochst?

Kochen und Schreiben haben sehr viel gemeinsam. Ausprobieren, abschmecken, korrigieren, sich über das fertige Ergebnis freuen. Ich esse gern, also koche ich auch gern. Ich habe schon als Kind mit meiner Mutter in der Küche gestanden und beim Zwiebelschneiden geheult. Heute probiere ich natürlich auch mal kompliziertere Dinge aus oder stell mich auch gerne der Herausforderung, für mehrere Leute zu kochen.

Nichtsdestotrotz gehe ich natürlich auch gerne essen und lasse mich bekochen.
Nebenbei arbeite ich auch noch an einem eigenen Kochbuch, das im Moment leider nicht viel mehr als eine Sammlung von Rezepten und Anekdoten ist. Ich hoffe aber, damit dieses Jahr endlich ansatzweise fertig zu werden.

Kurz gesagt: Was geht Dir so richtig auf die Nerven?

Leute, die der deutschen Sprache selbst nicht mächtig sind, aber „Auslenda rauus!“ skriptiv brüllen.

Nochmal in kurz: Wem willst Du einfach mal „Danke“ sagen?

Alex. Die mir immer mit Kritik und Zuspruch zur Seite steht, nicht nur, wenn es ums Schreiben geht. Und natürlich dem Entdecker des Kaffees.

Was wünschst Du dir für die Zukunft?

Einfach mal um Verzeihung bitten zu dürfen, einen sicheren Job, einen Traumbody, dass es meinen Leuten immer gut geht, viel Kreativität, einen Verlagsvertrag, dass der neue Star Wars-Film bitte nicht scheiße wird, dass ich endlich mal wieder Urlaub am Meer machen kann, viele neue Leser und Kommentare und natürlich, dass mir die Liebe meines Lebens begegnet.

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