Vernunftmenschen gegen die Verdummung und Verhetzung des Abendlandes

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Es ist mal wieder soweit, die Wut ist groß und muss raus, eine neue Gelegenheit, meine Meinung in die Welt zu posaunen.

Es geht um (ich will es eigentlich gar nicht schreiben) PEGIDA, BAGIDA, OGIDA, DÜGIDA und all die anderen „Patrioten-Demos“, die dieses Land im Moment so viel mehr zerstören, als eine vermeintliche Bedrohung durch den Islam es je könnte.

Ich dachte eigentlich immer, dass mit der Europäischen Union, Moscheen im Stadtbild, muslimischen Ärzten, Freunden, Nachbarn, Bekannten, Döner und Ayran, Fremdsprachenunterricht, freier Meinung und Bildung und dem Geschichtsunterricht zum 3. Reich der Völkerverständigung und der Erziehung des deutschen Volkes zu einer offenen und menschenfreundlichen Gemeinschaft Genüge getan sei.

Ich hab mich wohl getäuscht. In Dresden marschieren jede Woche 10.000 Gründe gegen diese Annahme. Manchmal wünsche ich mir, mich getäuscht zu haben. Aber leider scheint es, als hätten einige Wenige angesichts vermeintlicher und realer Bedrohungen und Krisen (der IS ist eine Krise, der Islam ist keine Bedrohung!) das Vertrauen in unser Miteinander verloren und suchen sich jetzt, geführt und verhetzt von Faschisten, Rassisten, Neonazis und Verschwörungstheoretikern den Islam zum Ziel ihrer Ängste und ihres Hasses.

Ich habe mir immer gewünscht, dass Parteien und Gruppen wie NPD und Co irgendwann an ihrer eigenen Dummheit untergehen, auch, weil die Deutschen aufgeklärt genug sind, über den braunen Schatten zu springen.

Auch hier habe ich mich wohl getäuscht, ein Gefühl, das Wut und Trauer und manchmal auch Hilflosigkeit bedeutet, angesichts von Bildern, die stark an 1933 erinnern, auch wenn hier keine Uniformen getragen werden.

Doch versuchen wir doch ein wenig Aufklärung zu betreiben:

Der Veranstalter von PEGIDA in Dresden begründet die Notwendigkeit zu den Demos auch mit der vermeintlich hohen Kriminalität von Ausländern. Zum Einen schließt das Wort „Ausländer“ mehr als nur Muslime ein, zum Anderen liegen speziell Straftaten in Dresden, die einen rechtsextremen Hintergrund haben, sehr sehr viel höher als islamisch geprägte oder von Ausländern begangene Zahlen an Straftaten. Zu guter Letzt ist eben jener Mann selbst mehrfach vorbestraft, auch wegen Betruges.

Das zum deutschen Gutmenschentum.

Weiterhin finde ich es bedenklich, wie viele einfache Leute sich hinreißen lassen. Sicher, auch ich selbst bin nicht gerade ohne Probleme und Streitigkeiten mit „Türken, Marokkanern und Albanern“ groß geworden (so klang das eben damals). Aber ich habe ebenso viele Probleme und Streitigkeiten mit Deutschen gehabt, nicht nur mit anderen Kindern mit einem Migrationshintergrund.

Und sicher gibt es genug Jungs von der Sorte „Was guckst du?!“. Aber all diese Situationen sind nicht Fehler oder Schuld des Islams, sondern vielmehr Schuld der verfehlten Einwanderungs- und Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte, etwas, was sich in unserer Gesellschaft gerade wiederholt.

Wenn wir andere Menschen nicht willkommen heißen, haben sie auch keine Chancen, sich anzupassen und zu integrieren. Den Islam hier zu verbieten hätte bloß zur Folge, dass Extremisten wie Salafisten noch mehr Jugendliche von ihren verdrehten Werten überzeugen können.

Ich denke, mit Offenheit und Toleranz ist es sehr viel leichter, den gesellschaftlichen Umbrüchen zu begegnen, als mit Demonstrationen und Aufmärschen, die letztendlich doch nur einer Bewegung nutzen: Den Faschos und Rassistenschweinen.
Die bedrohen die deutsche Kultur (wenn es die gibt) viel mehr als Islam, Muslime, Juden, Ausländer, Schwarze, Linke, Homos, Europa oder die USA!

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem Frauen ohne Strafe ihre Männer schlagen.
Das tun Deutsche aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem Moscheen eine Stadtsilhouette überragen.
Das tun Kirchen aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem religiöse Extremisten Menschen an der Tür und auf der Straße nötigen.
Das tun christliche Gruppierungen aber auch.

Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem nur Religions- oder Islamunterricht Teil der Schulbildung ist. Es ist aber so.

Ich möchte, dass alle Kinder alle Religionen kennenlernen und sich ihre eigene Meinung bilden können!

Ich möchte, dass jeder zu einem vernünftigen Menschen mit einem offenen Herzen herangezogen wird.

Ich möchte, dass Menschen für Menschlichkeit, Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung auf die Straße gehen!

Ich möchte, dass für Rassismus, aber auch Extremismus kein Platz in unserer Gesellschaft ist!

Ich möchte, dass Menschen, egal welcher Kultur, Hautfarbe, Religion oder Ethnie sie angehören, Respekt und Offenheit für die Meinung anderer haben.

Ich möchte, dass Witz und Spott weiterhin als solche eigene Meinung gesehen werden, nicht als Diffamierung des Einzelnen oder seiner Religion oder Politik.

Ich möchte, dass unser Land, unsere Gesellschaft, ja, unsere Zivilisation endlich Streit, Hass und Rassismus überwindet und die Menschheit eins ist.

Egal wie sehr das jetzt nach Utopie klingen mag, wenn der Einzelne nicht daran glaubt, wie könnte es dann die Mehrheit oder gar alle?

Ich möchte, dass die Großen und Mächtigen sich endlich dieses Problems annehmen, langfristig denken und die Abhängigkeit vom Hier und Jetzt überwinden, statt sich immer nur wegzuducken, wenn es Risiken gibt.

Zum Schluss noch eines: Lasst euch nicht blenden! Lasst euch nicht verführen! Lasst nicht zu, dass dieses Land ein neues Trauma erfährt, gebracht von einigen Unverbesserlichen!
Kämpft gegen Rassismus, Intoleranz und Verhetzung!

Gegen Nazis! Gegen Faschismus und Rassismus! Gegen PEGIDA!

Schönen Abend,

euer M

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