Gegen die Menschlichkeit

…ist, was zur Zeit nicht nur in den Krisengebieten dieser Welt passiert, sondern auch an der Heimatfront.

Hunderttausende unschuldige Menschen sind zur Zeit auf der Flucht, sei es wegen des Bürgerkriegs in der Ukraine, des Vormarsches des IS in Irak und Syrien oder „bloß“, weil diese Menschen in ihren Heimatländern keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder sehen.

Und wir in Deutschland müssen uns dieser Tage neuen Problemen stellen, die aus eben jenen Krisen resultieren.

Oder sind es wirklich neue Probleme?

Dass Afrika ein Kontinent ist, den unser Land, die EU, als auch China und die USA systematisch ausbeuten, ist ja nichts neues. Auch dass es immer wieder Leute gibt, die es schaffen, genug Geld zusammenzukratzen, um sich eine lebensgefährliche Überfahrt nach Lampedusa zu ergattern, ist nicht sonderlich neu.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

Nach den Balkankrisen gibt es auch heute noch genug Menschen in Kosovo und Serbien, die vor Armut, Vertreibung und Gewalt fliehen müssen, darunter auch die Sinti und Roma.

Auch sie sind oft auf Schleuserbanden angewiesen, die diese Menschen mehr als nur ausbeuten.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit mehr als drei Jahren. Jahre, in denen Assad systematisch seine eigene Bevölkerung direkt oder indirekt dem qualvollen Tod überlassen hat. Auch der IS konnte durch dieses Vakuum, das auch durch eine schwache Regierung im gebeutelten Irak entstanden ist, an Macht gewinnen und so seine zahlreichen, grausamen Verbrechen begehen.

Viele Menschen fliehen zur türkischen Grenze, über das Mittelmeer oder versuchen auf anderen Wegen, Europa zu erreichen.

Neu sind hierbei nur die Zahlen an Menschen, die diesen leidvollen Weg beschreiten, nur um hier abgewiesen zu werden.

 

Viele meinen, diese Menschen fliehen nach Europa, um an unserem Reichtum teilzuhaben und unseren Lebensstandard zu erreichen. Das mag in einigen Fällen stimmen. Doch werden die meisten vor nichts geringerem als dem sicheren Tod fliehen.

Und so wenige kommen überhaupt hier an. Noch weniger erlangen Asyl.

Und selbst bis dahin vergehen zum Teil Jahre quälender Ungewissheit.

Doch warum ist das so?

 

Nun, die Lage scheint kompliziert und doch ist sie relativ einfach: An Afrika verdienen wir. Wenn wir die Menschen auf diesem Kontinent nur arm genug halten, werden sie niemals die wirtschaftliche Stärke und Eigenständigkeit erlangen, unseren Wirtschaften Schaden zufügen zu können.

Und die paar, die genug Geld zusammenbekommen, um sich auf den Weg nach Europa zu machen, kann man ja am Mittelmeer abfangen. Nicht zuletzt deswegen gibt es Frontex, die Grenzschutzagentur der EU.

Zu diesen Flüchtlingen aus Afrika gesellen sich jetzt noch die Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten. Auch diesen wird der Asylstatus nur schwer zuerkannt, wenn sie es denn bis hierhin schaffen. Und dann werden sie in unseren mit öffentlichem Auftrag in privater Hand betriebenen Flüchtlingskasernen untergebracht, müssen von Taschengeld leben und dürfen keiner legalen Arbeit nachgehen. Dazu kommt seit neuestem, dass sie die Schikanen rechter Sicherheitsmänner über sich ergehen lassen müssen.

Was die EU und auch Deutschland bisher einfach übersehen haben und auch weiter anscheinend nicht sehen wollen:

Es gibt nicht den Flüchtling und auch nicht den Asylanten. Die Lebensgeschichten dahinter sind so vielfältig wie die Länder, aus denen die Menschen fliehen müssen.

Grundlegend ist aber festzustellen, dass es Menschen gibt, die sich hier, in unseren Ländern eine neue Zukunft aufbauen wollen. Dabei handelt es sich nicht bloß um arme afrikanische Bauern, sondern auch um Ingenieure aus Libyen oder Ärzte aus Ägypten. Menschen, die wir doch dringend brauchen!

Andererseits gibt es genug Flüchtlinge, die um ihre Leben fürchten und daher temporär in einem sicheren Land unterkommen wollen. Diese Menschen wollen aber nicht hier bleiben!

Wo ist also das Problem, diesen Leuten fair und anständig Hilfe anzubieten, vielleicht sogar eine temporäre Arbeit? Bis sie genug Mittel und Sicherheit haben, sich in ihrer Heimat wieder ein Leben aufzubauen.

Aber nein, wir bomben lieber oder liefern Waffen zur Unterstützung, damit das Leiden exponentiell weitergehen kann. Oder unterstützen die Ukraine wirtschaftlich mit zwei Milliarden Euro, woraufhin diese erst einmal 500 Millionen für neues Kriegsgerät ausgibt.

Ich plädiere an dieser Stelle für ein Umdenken. Eine Neuordnung des Asylrechts, mit der eigenen Menschlichkeit als Grundlage und nicht wirtschaftlichen oder weltpolitischen Interessen.

Wenn es um Menschenleben geht, müssen wir alle unser möglichstes geben, auch wenn es uns viel kosten sollte. Das ist unsere Verantwortung als aufgeklärte Menschen, die wir zu sein vorgeben!

Wir dürfen nicht länger zusehen, wie unschuldige Menschen an Europas Grenzen von Hunger, Durst, Krankheit und Leid dahingerafft werden, während andere wirtschaftlich oder kriegerisch ihre Heimat zerstören!

Behaltet euch eure Menschlichkeit!

 

M

 

Dazu: http://www.proasyl.de/

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