Die See, mein Herz

Fort musste ich, immerzu fort,

um dich zu vergessen und dich doch

in Erinnerung zu behalten.

Gehen sollen Kummer und Schmerz,

fort, immerzu fort.

 

Ertrinken sollen sie nun,

in den Weiten der See, wo der Wind herrscht,

wo das Salz mir in den Augen brennt

und die Sonne auf der Haut.

 

Ich suche und suche,

nach Antwort, nach Vergebung,

nach Leben in mir.

 

Ich atme tief ein, spröde Gischt im Gesicht,

ein Sturm zieht auf, lebendige Wellen,

ein klammer Tod in der Ferne,

ich lache, lache immerzu.

 

Bald bin ich bei dir!

 

Aurelié!

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Equilibrium- Erdentempel (2014)

Hallöle!

 

Heute eröffne ich eine neue Kategorie hier, die „Gehörtes“-Kategorie!

War schon länger in Planung, aber das neue Album meiner Lieblings-Heiden-Metaller Equilibrium war dieses Ereignis dann wirklich wert!

Hier geht es fortan also um tolle, besondere CD´s, die ich euch in gewürzter Kürze nahelegen möchte! Da ich aber IG-Metal(ler) bin, werdet ihr hier keine Rezensionen zu Kollegah und anderem Gesocks finden.

Kurzum, ich bin begeistert! Nach „Rekreatur“, was mich so ganz tief drinnen mal so gar nicht erreicht hatte, liefern sie jetzt wieder top melodischen Pagan-Epic-Metal ab.

Obwohl vor kurzem erst mit den Geschwistern Völkl zwei weitere Gründungsmitglieder die Band verlassen haben, ist das Album echt ein Knaller geworden.

Den früheren Stil der ersten Alben, der auf „Rekreatur“ einfach fehlte, findet man in musikalisch berauschendem Gewand endlich wieder. Flötenklänge und harte, melodische Gitarren gepaart mit Robses positiv entwickeltem Gesang machen das Album zu einem echten Erlebnis.

Von langen Epic-Hymnen bis zu kurzen Gassenhauern wie „Wirtshaus Gaudi“ (ganz im Sinne von „Met, Met, Met!“ 😀 ) sind Equi endlich zurück bei den Wurzeln, ohne dabei einen gewissen Fortschritt vermissen zu lassen.

Das Album passt einfach zum Partymachen, Bierhumpen leeren, aber auch zum Daliegen und Zuhören einfach sehr gut. So gut, dass sogar ein Kumpel meinerseits, der sonst nur Hardstyle zu sich nimmt, voll drauf abfährt.

Ich kann das Scheibchen also nur empfehlen, wer eine Kostprobe braucht, schaue hier:

 

Von mir gibt es eine satte 10/10 Soundpunkten, klare Kaufempfehlung!

 

Grüße an die Metalheads,

 

M

V wie Vendetta

 

Ich hetze durch mein Zimmer, jedenfalls so gut, wie ich es gerade kann. Zwischendurch verschwinde ich im Bad um mich doch noch so hübsch wie möglich aufzuschminken. Etwas sinnlos, angesichts der Tatsache, dass ich null Behaarung auf dem Kopf habe. Die Stoppeln habe ich auch noch wegrasiert, jetzt sehe ich aus wie Natalie Portman in „V wie Vendetta“.

Ich hab mich getraut. Ich hab mich endlich durchgerungen und ihm geschrieben. Ich hoffe, dass Lukas mir verzeiht, nachdem er zuletzt gar nichts mehr von sich hat hören lassen. Nachdem Svenja gegangen war, habe ich das Handy einfach gar nicht mehr weggelegt, sondern bloß zwischen den Händen hin- und hergedreht, bis ich meinen ganzen Mut zusammennehmen konnte und ihm geschrieben habe, dass er bitte heute Abend vorbeikommen soll.

Seitdem sind dreizehn Minuten vergangen und ich haste zwischen mich selbst aufräumen und dem Aufräumen meines Zimmers hin und her. Ich habe mich tatsächlich etwas gehen lassen, was aber zum größten Teil der verdammten Chemo geschuldet ist. Jetzt brauche ich immerhin schon nach fünf Minuten leichten Gehens eine Pause, während ich früher locker eine halbe Stunde auf dem Laufband verbracht habe. Okay, auch das ist jetzt irgendwie unfair mir gegenüber.

Ich frage mich derweil, wie lange Lukas wohl brauchen wird. Dass er die Nachricht gelesen hat, weiß ich dank WhatsApp, geantwortet hat er nicht.

Ob er überhaupt kommt? Oder ob er vielleicht schon gar nichts mehr von mir wissen will?

Plötzlich muss ich mich auf die Kante meines Bettes fallen lassen, weil mich wieder dieses „Alles ist Scheiße-Gefühl“ überkommt und ich am liebsten sofort losheulen will. Ich hab alles falsch gemacht.

Ich will mich gerade in meiner Bettdecke vergraben, als ich unsere Türklingel höre. Ich bekomme gerade noch mit, wie meine Mutter etwas stammelt, als Lukas auch schon mit klitschnassen Klamotten in meiner Zimmertüre steht und mich ansieht. Mich einfach nur ansieht. Nicht erschrocken. Nicht angeekelt. Nicht einmal traurig. Mich einfach nur ansieht, mit kleinen Tränen in den Augenwinkeln. Langsam kommt er Schritt für Schritt auf mein Bett zu und setzt sich. Sieht mich wieder an und nimmt mich schließlich einfach in den Arm, immer noch ohne einen Ton gesagt zu haben. Ich kann endgültig nicht mehr und heule mir die Augen an seinem ohnehin schon nassen Hemd aus.

Er fasst sanft mein Kinn und sieht mir in die Augen und auch er heult. Dann gibt er mir einen Kuss und ich schmecke das Salz auf seinen Lippen. Wir lassen uns nach hinten auf die Kissen fallen und verharren im Küssen, bis schließlich alle Tränen getrocknet sind und ich nur noch schniefe, weil mir die Nase läuft. Ich liege immer noch in Lukas Arm und er sieht mich durchdringend an. Man kann ihm ansehen, dass er sich Sorgen gemacht hat, dass er schlecht geschlafen hat und dass er verwirrt ist. Aber immer noch keine Spur von Ekel oder Trauer. Also fasse ich mir ein Herz und fange an. Fange an zu erzählen, was passiert ist, was mit mir los ist und warum ich mich nicht bei ihm gemeldet habe. Warum ich es nicht konnte. Und die ganze Zeit über sieht er mich so an, ohne mich ein einziges Mal zu unterbrechen.

Er streicht mir vorsichtig über den kahlen Kopf und endlich, endlich sagt er auch was. Vielmehr fragt er bloß, was er für mich tun kann, außer für mich da zu sein und mich im Arm zu halten.

Kein Vorwurf, keine Nachfrage, keine halbwissenschaftlichen Fragen zu meinem Krankheitsverlauf und meiner Therapie. Gott, ich liebe ihn so in diesem Moment. Ich weiß, dass er zu hundert Prozent für mich da ist, genau wie meine Mutter auch. Aber anders als sie raubt er mir nicht den letzten Nerv dabei. Er weiß einfach, was ich brauche und was nicht und ich bin ihm dankbar dafür.

The Ides of March (2011)

N´abend zusammen!

 

Heute geht´s mal wieder um einen Film, dieses Mal um „The Ides of march“ von und mit George Clooney aus dem Jahre 2011. Weitere Rollen sind besetzt mit Ryan Gosling und dem letztens verstorbenen Phillip Seymour Hoffmann.

„The Ides of March“ ist ein Politthriller, bei dem es, wie der Titel in Anlehnung an den guten Julius Cäsar, schon vermuten lässt, um Verrat und Intrigen geht.

Der junge, talentierte Medienberater Steven steht an der Seite von Mike Morris bei dessen Wahlkampf in den Vorwahlen der amerikanischen Demokraten zur Präsidentschaftswahl.

Morris ist für Mike der perfekte Mann für die Rolle des amerikanischen Präsidenten: Korrekt, höflich, vorrausschauend, charismatisch und absolut integer.

Für ihn hetzt er sich durch die Vorwahlen zur demokratischen Kandidatur, unterstützt von seinem Wahlkampfleiter und Vorbild Paul Zara.

Als diese Wahlen zu scheitern drohen und Steven außerdem noch von einem Abwerbeversuch des gegnerischen Wahlkampfleiters Tom Duffy irritiert wird, beginnt Steven zur Zerstreuung eine Affäre mit der Praktikantin Molly.

Durch eine Verkettung von Missverständnissen, Intrigen und Lügen beginnt alsbald Stevens Bild von Morris, dessen Kandidatur, aber auch den Methoden in der Führung der amerikanischen Politik gewaltig zu bröckeln, bis alles in einem Fiasko endet…

 

Ich konnte dem Film irgendwie nichts abgewinnen, trotz Vorkenntnissen in amerikanischer Politik und guter Kritiken im Vorraus.

Die Story ist sehr zentriert, leicht fad und hat keinen richtigen Spannungsbogen, so richtig in Fahrt gerät alles erst nach knapp anderthalb Stunden, und dann ist der Film leider schon fast vorbei.

George Clooney als intriganter Politiker ist sodann auch irgendwie Gewöhnungssache, den Typ Schwiegersohn nimmt man ihm ja doch eher ab.

Ryan Gosling als Hauptrolle Steven hat, bis auf wenige Ausnahmen, schauspielerisch auch nicht alles abgerufen, denke ich. Reichlich merkwürdig fand ich außerdem seine  in Ehrfurcht erstarrte, rechte Augenbraue, die tatsächlich den ganzen Film in einer Pose, nämlich hoch erhoben, verbringt.

Pluspunkte gibt es für die reichlich vorhandene Symbolik im Film und den bitterbösen Seitenhieb auf die Machenschaften in der amerikanischen Politik. Denn nichts anderes als darüber aufzuklären, wie dort über lebende und tote Menschen gegangen wird, scheint der Streifen auch zu wollen.

 

Wer Politfilme mag, Georgeielein ganz toll findet oder seiner Politikverdrossenheit neues Futter geben will, kann hier getrost mal reinsehen, einen spannenden Sonntagabendfilm sollte man sich woanders suchen.

Ich gebe hier 4,5 von 10 möglichen Punkten, bei IMDB liegt George bei 7,2 Punkten.

(Hm, schon wieder so weit auseinander. Ich bin zu kritisch. 😀 )

 

Damit einen schönen Abend,

 

M