Ein Abend bei „Hans im Glück“

Hallöchen!

 

So, der Urlaub ist fast vorbei und viel gutes Essen und Trinken liegen hinter mir.

So auch gestern bei „Hans im Glück“, einer kleinen Bar / Restaurant im nasstrüben Wuppertal. Wir sind anlässlich des Geburtstags einer guten Freundin dort eingefallen und haben uns die Bäuche mit gutem Essen und Drinks vollgeschlagen.

 

Aber von vorn: Man findet das Lokal sehr gut gelegen in der Mitte der Wuppertaler City, nicht unweit von anderen Etablissements dieser Art. Der Eingang lässt zunächst nicht viel vermuten, doch nach hinten raus ist der Laden ganz groß.

Nachdem man sich durch den samstagbendlich gut gefüllten Mittelgang geschoben hat, kann man an einfach, aber nett dekorierten Tischen und Bänken Platz nehmen. Insgesamt bietet der Laden eine Mischung aus düster/stickig und golden/hell/spritzig, fragt mich nicht, wie ich auf diese Attribute komme. Vielleicht wegen der hellen Birkenstämme und den golden leuchtenden Lampen, die sich mit schwarzbraunen, sehr einfach gehaltenen Sitzgelegenheiten um die farbliche Vorherrschaft streiten.

Die Bedienung jedenfalls war sehr nett und hat auch, kaum dass wir saßen, unsere ersten Bestellungen aufgenommen. Happy-Hour-Cocktails sollten es sein. Nun, man kann dort natürlich wie in jeder Cocktailbar Drinks wie Tequila Sunrise oder Long Island Ice Tea ordern. Aber die wirkliche Abwechslung besteht in den hauseigenen Speisen und Getränken.

So gab es für mich zunächst einen Wildkräuter-Mojito (5€) , der tatsächlich wie eine Mischung aus Waldboden, Zahnpasta und Mojito schmeckt, aber nicht wenig lecker ist.

Anschließend gingen wir zur zweiten Runde über, die dieses Mal aus einer, ab 17 Uhr erhältlichen, Art Menükombination bestand. Man bestellt sich also einen Burger (auch hier ist die Auswahl sehr gut und groß, allerdings darf man auch hier keine einfachen American-Diner-Burger erwarten), eine Portion Pommes oder Salat und einen weiteren Cocktail.

Die Produkte an sich haben denn auch passend klingende Namen wie „Elsässer“, „Glücksschmied“ oder „Wilder Westen“, auf welchen denn auch meine Wahl fiel.

Im Paket für den größeren Hunger orderte ich eine doppelte Portion Fleisch (+2,50€) und einen „Goldstück“ als Getränk. Das Menü ergibt sich dann aus dem Preis des Burgers (7,20€), der Abendmenükosten (+7€) und der Doppelportion Fleisch (+2,50€).
Damit zahlt man für einen zugegeben massigen Burger, einen Cocktail und eine gute Portion Pommes 16,70€, womit sich das Menü preislich mit jedem guten Schnitzel duellieren kann.

Als Rahmen für den Burger orderte ich „Sesambagel“, man kann sich das Ganze aber auch auf einem Vollkornbrötchen bestellen.

Dann war es soweit, auf großen, rechteckigen Tellern kamen die Burger und in einer separaten Schüssel die Pommes. Dazu gibt es auf jedem Tisch Ketchup, hauseigene BBQ-Sauce, hauseigene Mayonnaise (die echt gut ist) und Röstzwiebeln.

Erstes Problem: Man kann den Burger nicht mit der Hand essen, zum Schneiden war er, auch dank des feuchtwabbeligen Sesambagels, zu instabil. Also flugs die Hälften geteilt und mit jeweils einer Scheibe Rindfleisch abgedeckt. Auch diese Burgerpellets waren leider nicht ganz zufriedenstellend, sie wirkten etwas drisch und trocken, vom Fleisch her waren sie aber erste Sahne. Ich nehme an, dass auch hier der Zeitpunkt entscheidend ist, zu dem man bestellt. Und Samstags ist eben viel los.

Der Drink dazu war jedenfalls sehr lecker, auch die Saucen konnten überzeugen.

 

Nach dem Essen gingen wir Männer dann zu Weizenbier über, welches wir uns auch wegen der locker chaotischen Atmosphäre mit Melonensirup bestellten. Ein Bananenweizen mit Melone halt. Auch ganz lecker.

Zum Schluss gab es für mich als krönenden Nachtisch noch einen „Swimming Pool“, der in seiner Qualität auch zufriedenstellend war.

Mein abschließendes Fazit: Wer mal Burger essen will, ohne dass ihm amerikanische Etikette aufgedrückt wird oder einfach mal abseits der Gourmetstraße essen mag, ist hier genau richtig. Vor allem auch, weil Vegetarier hier genauso auf ihre Kosten kommen werden, wie Carnivore. Der Service ist gut und nett, sehr zuvorkommend und freundlich.

Das Publikum ist, nun ja, ein wenig hipsterlike. Zahlreiche Studenten und andere Leute mit Mitte Zwanzig, dazwischen einzelne Familien. Insgesamt eine nette Atmosphäre, auf Dauer jedoch bietet der Laden eine unglaubliche Geräuschkulisse und etwas stickige Luft, ein Problem, dem man aber mit gelegentlichen Gängen vor die Türe Abhilfe schaffen kann.

Die Preise sind für mich an der oberen Grenze von „angemessen“, so oder so wird man aber locker 30-40€ los, wenn man isst und anständig was probieren will.

Ich gebe hier 7,5 von 10 möglichen Gourmetpunkten.

Wer sich das Ganze mal anschauen möchte:

http://wuppertal.hansimglueck-burgergrill.de/

Schönen Abend noch,

 

euer M

 

Aktuelles

Hi!

 

Heute nur ein kurzer Abriss: Ich hab Urlaub! Freie Zeit ohne Ende, auch wenn Geburtstage, Grillen und gutes Wetter mit Sicherheit eine Menge davon in Anspruch nehmen werden.

Aber die Schreiberei soll natürlich auch nicht zu kurz kommen, daher hoffe ich auf mitternächtliche Inspiration für neue Kapitel von „Frei zu sein“, neue Gedichte oder auch bloßes Gemecker über alles Schlechte in der Welt.

Weiterhin will ich die freie Zeit gerne auch für einen kulinarisch-literarischen Abend nutzen, soll heißen, ich werde beizeiten ein wenig aus meinem Kochbuch-Rohling zaubern, Versuchspersonen vorsetzen und dazu ein wenig aus meinen geistigen Ergüssen vortragen.

Ein Resumee wird es dann auch hier geben, denke ich.

Bis dahin wünsche ich allen, die ebenso wie ich frei haben, ein schönes Wochenende und tolle Osterwochen!

 

Euer

 

M

Pacific Rim (2013)

Ich habe mich für euch wieder durch einen Film gekämpft, dieses Mal „Pacific Rim“ von Guillermo del Toro aus dem letzten Jahr. Besetzt mit zwei bekannten Darstellern aus „Sons of Anarchy“, Charlie Hunnam und Ron Perlman, sowie Idris Elba aus „Thor“.

Grob geht es in diesem Sci-Fi-Feuerwerk um eine Alienrasse, die durch ein Tor im pazifischen Graben von ihrer in unsere Dimension tritt und mittels gigantischer Echsenmonster Städte und Menschen vernichtet. In der nahen Zukunft konstruieren die Menschen daher riesige, über Neuralverbindungen gesteuerte Kampfroboter, die die Viecher auseinander nehmen, was zunehmend schwieriger wird…

 

Zwei Stunden. So lange habe ich mich durch diesen Schwachsinn gequält. Eine wirklich vorhersehbare Story, in gewaltige Animationen verpackt macht leider keinen guten Film.

Auch Charlie Hunnam wirkt ein wenig, als ob man ihn direkt von der Harley in einen jener Kampfmaschinen gesetzt hätte, so wenig unterscheidet sich seine Darstellung hier von der in „Sons of Anarchy“.

Aber zur Story selbst: Bitte!? Alienechsen, die EMP´s erzeugen können, ganze Städte vernichten und dann im Power Ranger-Style von Megarobbos verdroschen werden?

Wen lassen wir hier kämpfen, Godzilla gegen die Transformers? Denn genau danach sieht es aus und aus mehr besteht der Film auch nicht.

Wer seichte, logikfreie Unterhaltung mag und sich gern von Action-Animation berauschen lässt, kann hier gerne Lebenszeit verschwenden. Wer jedoch Story sucht, ist hier ganz klar falsch.

Von mir gibts eine ausbaufähige 3,5, IMDB verzeichnet interessanterweise eine doppelt so hohe 7,1.

Anscheinend hat mir der Film alleine einfach nicht gefallen.

Schönen Abend,

 

M

In die Höhle des Löwen

Ich bin klitschnass. Sogar meine Socken sind nass, durch die Chucks hindurch. Es regnet nicht, hier kommt gerade die nächste Sintflut. Vielleicht sollte ich einfach auf Noah 2.0 warten, der mit der Arche angeschippert kommt, um mich vor den Fluten zu retten.

Das wäre einfacher, als alles, was ich jetzt vor mir habe. Ich falte den Regenschirm zusammen und folge meiner Mutter durch die große Drehtür in die Johannes-Klinik. Hier soll ich die Chemotherapie bekommen, bis die Ärzte der Meinung sind, dass ich das auch ambulant machen kann.

Hinter der Drehtüre, die so schwerfällig ist, dass ich mich wundere, dass nicht Generationen schwerfälliger Rentner mit Rollatoren für die Ewigkeit darin gefangen wurden, liegt das große Foyer der Klinik. Es sieht nicht sonderlich nach Krankenhaus aus, aber die Klinik ist ja auch speziell für Krebskranke, die unter Beobachtung Chemo und Bestrahlung bekommen sollen.

Der Boden glänzt vor dunklem, blank poliertem Marmor, während die Wände in schlichtem Weiß gehalten sind, lediglich unterbrochen von feinen, grünen Streifen und ein paar Bildern. Hier und da eine Informationstafel. Rechts und links halten Säulen das Gewicht des Hauses, aber irgendwie auch das der Atmosphäre. Wenn in den Ecken nicht einladende Sofas stehen würden, könnte man meinen, man sei beim besten Bestatter der Stadt gelandet. Nicht, dass ich da hinwollte.

Meine Mutter, die mich begleitet, rauscht zielsicher auf die Empfangstheke zu, hinter der eine leicht verschreckte Mittvierzigerin im Stewardess-Look eine Katastrophe erwartend ein falsches Lächeln aufsetzt. Meine Mama ist aber nicht wirklich sauer, nur ziemlich nervös. Sie will wahrscheinlich, dass von heute auf morgen alles in Ordnung kommt, wobei ihr die arme Frau hinter der Theke und das miese Wetter aber anscheinend im Weg stehen.

Jetzt lässt sie mit der linken Hand meine Reisetasche auf den Marmor klatschen, während sie mit der rechten triumphal einen feuchten Überweisungsschein auf die Theke klatscht. Die Klinikstewardess zuckt einmal kurz zusammen, nimmt dann aber doch ganz freundlich meine Daten auf und checkt meinen Termin. Dann nennt sie uns die Station, die die nächsten Wochen mein Zuhause wird und weist uns noch kurz den Weg zum Aufzug. Während meine Mutter einen Dank durch die Zähne zischt und Richtung Aufzug losprescht, schaue ich kurz entschuldigend drein und haste ihr dann hinterher.

Auf der Station angekommen macht sich Mama gleich auf die Jagd nach allem, was ein weißes Kleidungsstück trägt, bis die Stationsschwester uns breit lächelnd willkommen heißt und uns persönlich mein Zimmer zeigt. Schwester Ingrid ist ihr Name und sie macht einen freundlichen Eindruck, obwohl sie ein wenig aussieht, als ob sie schon in der Wehrmacht Krankenschwester gewesen wäre.

Ich habe bis dahin noch keinen Ton von mir gegeben. Der Nachhall meines einsamen Spaziergangs von gestern erzeugt immer noch eine leicht resignierte Stimmung, sodass jedes noch so freundliche Wort einfach an mir vorüberzieht.

Mein Zimmer jedenfalls sieht ganz nett aus, dafür, dass es ein Krankenzimmer ist. Das Bett ist zwar in den 70ern zuletzt modern gewesen und blaugestreifte Bettwäsche ist ja so was von gruselig, aber an der Wand hängt ein hübsches Bild und die Aussicht wirkt auch ganz in Ordnung. Von hier kann man prima die Straße gegenüber beobachten, der Zeitvertreib ist also gesichert. Neben meinem steht noch ein zweites Bett, das im Moment aber leer ist. Scheint, als wäre ich fürs Erste mit mir alleine.

Schätze, ich habe einfach Angst. Angst vor der Klinik, Angst vor meinem Zimmer, Angst vor Schwester Ingrid, Angst vor den Ärzten und Angst vor der verdammten Chemo. Warum kann das alles nicht schon vorbei sein? Warum muss ich mich damit rumquälen? Und wieso eigentlich ich?

Ich finde mich völlig in Gedanken verloren vor dem Fenster wieder. Schwester Ingrid ist schon wieder verschwunden, wahrscheinlich, um Aufnahmeformulare zu holen oder so was. Mama steht leicht aufgelöst vor dem Zimmerschrank und versucht, nach einer gewissen Ordnung meine Sachen darin unterzubringen. Aber irgendwie gehören dabei Handtücher neuerdings zu Socken und Tops.

Sie ist noch nervöser als vorhin und bringt alles mehr und mehr durcheinander, bis sie schließlich alle Sachen wild zerpflückt und in den Koffer pfeffert, nur um sich dann laut schluchzend auf die Bettkante fallen zu lassen. Es tut mir weh, sie so zu sehen, aber ich fasse mir ein Herz und gehe zu ihr.

Ich lasse mich neben sie fallen und nehme sie in den Arm und beide weinen wir uns die Seele aus dem Leib, bis Mama schließlich ein letztes Mal aufschluchzt und sich wieder meinen Klamotten widmet, während Schwester Ingrid zurückkehrt und anscheinend fest entschlossen ist, meine komplette Lebensgeschichte niederzuschreiben.

Neues

Hallo zusammen!

 

Wie ihr sehen könnt, sind zwei neue Kapitel aus meiner kleinen Romanidee online.

Bei der ersten muss ich gestehen, dass sie schon fast einen Monat fertig ist und ich einfach nicht wusste, ob ich das veröffentlichen will. Manch einer mag sich dabei eben fragen, warum man als Typ eine Sexszene aus der Sicht eines Mädchens beschreibt. Ich antworte mit künstlerischer Freiheit. Blümchenwiesen zu beschreiben ist eben nicht mein Ding, so auf Dauer.

Außerdem konntet ihr eventuell schon meine kleinen Gedichte zu Aurelié verfolgen. Ich weiß noch nicht so genau, was da entsteht, aber auch hier steckt wieder viel von mir selbst drin. Ich frage mich langsam, ob das bei jedem Autor so ist. Als ob man Seelensplitter von sich selbst mit Buchstabend versehen auf die Welt loslässt. Ja, ich bin Lord Voldemort.

Oder so ähnlich.

Die Zwischenprüfung ist übrigens eine Eins geworden, jetzt ohne angeben zu wollen.

Zu Schreiben war also nicht zu kontraproduktiv. 😉

Bis dahin mal,

 

euer

M

Das Model

Svenja hat sich mal wieder was Schönes für mich ausgedacht. Sie hat mich zuhause besucht, nachdem die erste Runde Chemotherapie für mich zu Ende gegangen ist. Jetzt steht sie vor mir, mit ihrer Digitalkamera in der Hand, während sie mir tausend unmögliche Positionen vormacht. Sie hat mit einer schwarzen Decke vor meinem Schrank aus meinem Zimmer kurzerhand ein Fotostudio gemacht und ich bin jetzt so etwas wie ein Model für Tumorkranke.

Eigentlich wollte ich weiterhin niemanden sehen und habe meiner Mutter verboten, Besuch für mich ins Haus zu lassen. Ich will einfach nicht, dass mich jemand so sieht. Meine Mutter scheint das wohl nicht ganz mitbekommen zu haben. Meine Haare sind büschelweise ausgefallen, ich bin dünn wie ein Skelett und bleich wie ein Vampir im Winter. Jedes Mal, wenn ich aus der Badewanne steige, liegt am Wannengrund ein großer, matschiger Busch Haare und ich komme mir ein Stück weniger menschlich vor.

Ich sehe in den Spiegel und sehe eine Mischung aus Wachspuppe und Alien. Das bin nicht ich. Nichts ist von mir übrig. Da, wo bisher keine Haare ausgefallen  sind, wachsen Stoppeln. Ich muss sie wieder abrasieren. Meine vormals leicht muskulösen Arme und Beine sind so dünn, dass ich mich frage, ob ich mit Absicht vielleicht sogar die Mahlzeiten ausgekotzt habe, die ich eigentlich drin behalten konnte. Insgesamt habe ich so an die Zwölf Kilo Gewicht verloren, in wenig mehr als sechs Wochen.

Bulimie bei Chemo, das wäre eine echt miese Kombination.

Erst war ich sauer, dass Mama Svenja doch reingelassen hat. Aber als sie dann in mein Zimmer gestürmt ist, mich lauthals Dornröschen genannt hat und weinend umarmt hat, konnte ich nicht anders, als mich zu freuen. Ich bin glücklich, dass sie so zu mir steht. Auch wenn ich ihr den Schock über mein Aussehen ansehen kann. Sie blinzelt leicht verwirrt, das hält aber nur wenige Sekunden an, dann strahlt sie wieder über das ganze Gesicht wie ein Honigkuchenpferd. Nachdem ich eine halbe Stunde über den neuesten Klatsch informiert worden bin, werde ich vor den Schrank gezerrt, der kurzerhand abgedeckt wird, ein wenig aufgeschminkt und schließlich in den verschiedensten Posen abgelichtet.

In einer Pause, mit einem Becher Tee in der Hand, fragt Svenja mich wie es mir geht. Ich erzähle ihr von der Therapie und den ganzen Nebenwirkungen, wie die Ärzte so sind und wie viele Mützen ich inzwischen bei Amazon gekauft habe. Dann fragt sie mich nach Lukas und mein Herz sackt mir in die Jogginghose.

Lukas. Ich hab seit Wochen nichts von ihm gehört. Ich kann einfach nicht mit ihm reden. Er tut mir so leid und ich liebe ihn ja wirklich. Aber es geht nicht. Seitdem hat er vierhundertsiebenundfünfzig Mal angerufen und mir eintausendzweiunddreißig  Nachrichten geschrieben. Er hat siebzehn Mal vor der Tür gestanden und zwei Mal meine Mutter beim Einkaufen abgefangen.

Bald muss ich es ihm sagen und ich fürchte mich vor dem Moment. Ich rede mir alles von der Seele und fange laut an zu schluchzen. Alles fällt von mir ab, der letzte Rest Stärke ist davon und ich breche in Svenjas Armen zusammen. Sie sagt, dass er sich ziemlich verändert hat. Er war nicht mehr beim Sport, hat sich mit niemandem getroffen und schweigt nur noch, egal wo er ist.

Sie meint, dass er mich wirklich lieben muss, wenn ihm das so weh tut. Er weiß nicht, woran er bei mir ist und trotzdem ist er noch an mir interessiert. Svenja meint, ich muss wirklich mit ihm reden. Und dass sie es tun wird, wenn ich es nicht mache. Ich nicke traurig und verspreche ihr, heute Abend noch mit ihm zu reden.

Das scheint sie zufrieden zu stellen. Ohne weitere Worte umarmt sie mich noch einmal, packt Kamera und Decke zusammen und verspricht, morgen wieder zu kommen. Ich weiß, dass sie mich in Ruhe nachdenken lassen will.

Schniefend bleibe ich sitzend auf meiner Bettdecke zurück. Ich greife nach meinem Handy, auf dem schon zwei neue Nachrichten von Lukas sind. Ich hole tief Luft und überlege, was ich ihm sagen will, während ich ihm schreibe, dass er mich doch bitte besuchen kommen soll.

Feuerwerk im Bauch

Die Party ist vorbei, es ist relativ spät in der Nacht, oder relativ früh am Morgen, so genau kann man das wohl nicht sagen. Wir waren fast die letzten, aber auch nur, weil Mama mir und Lukas ein Taxi bestellt hat und meinte, wir könnten doch schon mal vorfahren, während sie mit Papa schon ein wenig aufräumen würde. Ihr Augenzwinkern dabei hat mir irgendwie nicht so ganz gefallen.

Jetzt steigen Lukas und ich also gerade vor unserer Haustür aus dem Taxi. Wir sind beide ziemlich müde und erschöpft. Ich schließe auf, schlüpfe durch die Türe und pfeffere höchst glücklich meine Ballerinas in Richtung Schuhschrank. Was für eine Wohltat für meine Füße. Auch Lukas streift seine Schuhe ab und legt die Jacke beiseite, dann steht er irgendwie stumm da, als ob er gerade einen Schlaganfall hätte. Ich frage lachend, ob er jetzt schon im Stehen schlafen will, doch er antwortet immer noch nicht. Stattdessen hebt er die Hände und umschließt mit ihnen sanft mein Gesicht. Plötzlich sind alle Gedanken wie weggefegt, wir schlingen wieder die Arme umeinander und verfallen in wildes Küssen. Ich denke noch kurz daran, wofür ich heute die besondere Unterwäsche rausgesucht habe und merke nur noch, dass ich es will. Dass ich Lukas will. Jetzt, sofort und für immer. Ich fingere an seinem Hemdkragen rum, bis ich den ersten Knopf gefunden habe und beginne, sein Hemd aufzuknöpfen. Lukas Hand gleitet meinen Rücken hinunter und findet meinen Po. Ich zerre jetzt an seinem Hemd, drücke ihm im Dauerkontakt meine Lippen auf den Mund und bekomme schon keine Luft mehr. Mir wird leicht schwindlig und auch Lukas scheint es nicht anders zu gehen. Ich versuche einen Moment einen klaren Kopf zu gewinnen, dann packe ich seine Hand und zerre ihn mit mir die Treppe rauf.

Wieder fallen wir uns in die Arme, doch jetzt finden Lukas Hände zielsicher den Saum meines Kleides. Er zieht es mir kurzerhand über den Kopf, während wir uns immer noch wie wild abknutschen. Wieder dieser Schwindel.

Ich suche leicht grapschend seinen Gürtel, finde die Schnalle und zieh die Lasche hervor. Knopf und Reißverschluss sind dann auch kein Problem mehr, woraufhin Lukas Jeans eigentlich nur noch der Schwerkraft folgt. Er reißt sich sein Hemd runter und keuchend fallen wir auf mein Bett.

Die Decke ist Nebensache und findet den Weg ans Bettende, während wir uns tiefer in die Kissen wühlen. Lukas Hand gleitet wieder meinen Rücken entlang, über meinen Po und zurück nach oben. Meine liegt auf seinem Bauch und erfühlt den Nabel und den Rand seiner Boxershorts. Er drückt mich auf die Matratze und fährt mit dem Mund über meine Stirn, meine Nasenspitze, meine Lippen und mein Kinn bis über den Hals hinunter zu meinen Brüsten, während er mit der anderen Hand den Verschluss meines Spitzen-BH´s sucht und diesen öffnet. Ich streife die Halter ab und er liebkost meine Brüste abermals mit seinem Mund und ich merke, wie sich meine Stimmung auf ein neues, ungeahntes Hoch begibt, während zwischen meinen Beinen die Wärme pulsiert.

Meine Hand findet wieder seine Shorts, die mittlerweile ziemlich ausgebeult sind. Verschmitzt schließt sich meine Hand um ebendiese Beule, woraufhin Lukas leise aufstöhnt. Wieder gleitet seine Hand meinen Körper hinunter, dieses Mal zwischen meinen Brüsten hindurch, an meinem Buchnabel vorbei bis hin zum Rand meines Strings. Seine Finger gleiten erst zwei, drei Mal darüber hinweg, dann unter dem Rand hindurch in die warme Feuchte. Jetzt muss ich aufstöhnen, weil eine Welle Strom von der Mitte meines Körpers nach oben bis in meine Haarspitzen fährt. Weiter und weiter geht es, während Lukas und ich uns wild küssen und mit den Händen gegenseitig befummeln, bis er mich schließlich abermals in die Kissen drückt, entschlossen nach meinem String greift und ihn unter meinem Po weg bis über die Füße zieht. Meine Hände suchen seinen Kopf, doch statt ihn zu finden, explodiert zwischen meinen Beinen plötzlich alles in einer einzigen Explosion von Lust und Gefühl, als ich merke, dass Lukas nicht mehr nur seine Hände benutzt, um mir Freude zu bereiten. Wieder stöhne ich, dieses Mal merklich lauter, meine Hände krallen sich in Kissen und Matratze und mein Unterleib zuckt auf und ab. Dann plötzlich hört es auf, ich reiße die Augen auf und Lukas kniet erhoben vor mir. Ich sehe seine Augen im Licht der Straßenlaterne vor meinem Fenster, seinen muskulösen Oberkörper und seine Hände, wie sie jetzt auch seine Shorts runterziehen. Ich sehe seinen steifen Penis hervorstehen und wieder spüre ich die wilde Erregung in meiner Körpermitte. Lukas zittert ein wenig. Er fragt, ob ich das alles hier wirklich will. Statt zu antworten, stöhne ich noch einmal leicht auf, erhebe mich leicht von der Matratze und taste mit den Händen sanft nach seinem Becken, um ihn langsam zu mir herunter zu ziehen, was auch Lukas wieder zum Keuchen bringt.

Dann fühle ich nur noch, wie er die Arme um mich schlingt, seinen Munde fest auf meinen drückt schließlich in mich eindringt, was in meinem Bauch das schönste Feuerwerk auslöst, das ich je gefühlt habe. Ich fühle tausend und eine Sache zur gleichen Zeit, brennende Schmetterlinge fliegen durch meinen Unterleib und meinem Mund entfahren wimmernde Laute, während Lukas in mich hinein- und hinausgleitet, bis ich irgendwann beinahe schreie, die Beine um ihn schlinge und ihn an mich presse. Wir schwitzen, wir zittern, wir keuchen. Das schönste Gefühl, das ich je hatte.

Als wir schließlich verschwitzt einander in den Armen liegen und einfach die Anwesenheit des Anderen genießen, hören, wie der Andere atmet und sanfte Küsse tauschen, fühle ich, dass das alles perfekt ist. Richtig ist. Und nie wieder enden soll. Dass ich das Feuerwerk im Bauch für den Rest meines Lebens mit Lukas teilen will.