Das Bildnis des Dorian Grey (2009)

Heute geht es endlich mal wieder um einen Film!

„Das Bildnis des Dorian Grey“ aus dem Jahr 2009, eine Art Gothic-Film (wenn es so etwas gibt) mit Prinz Kaspian von Narnia, Ben Barnes in der Hauptrolle und dem stammelnden König Colin Firth, der hier den Gönner des Dorian Grey, Lord Henry Wotton, spielt.

Im späten 19. Jahrhundert erbt der junge Dorian Grey das Haus seines Großvaters in London. Von seinem Freund, dem Maler Basil Hallward, wird er in die Londoner High-Society eingeführt. So lernt er Lord Henry Wotton kennen, der schnell sein bester Freund und Ersatzvater in Einem wird.Der zögert auch nicht lange, Dorian mit Gin, Zigaretten, Drogen und Sex bekannt zu machen. Frei nach dem Motto „Sex, Drugs & Rock ´n Roll“.

Basil hingegen malt ein Bild von Dorian und versucht nebenbei, dessen moralische Instanz zu werden, scheitert mit Zweiterem aber kläglich. Das Bild hingegen wird ein Meisterwerk.

Bei einem Gespräch, in dessen Rahmen eben jenes Bild fertig wird, erklärt Dorian freimütig, er würde seine Seele geben für Unsterblichkeit und dem ewigen Hang zu leichten Vergnügungen.

Leider geschieht das tatsächlich und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf…

 

Tja, was soll man nun von dem Streifen halten?

Die Schauspieler sind eher dürftig, allen voran Barnes als Dorian Grey, der sich mit dem ewig gleichen (Unsterblichkeit und so) arroganten Gesichtsausdruck durch die Londoner Schickeria vögelt. Der Film lässt keine Perversion aus, die Story nutzt dabei einfache Schockmomente, um den Anspruch als Horrorfilm (der er nicht ist) zu untermauern. Dass man weiß, wie es ungefähr endet, hilft hier auch nicht weiter.

Was mir jedoch sehr gefallen hat, war die Kostümierung. Sehr schick, sehr passend und mit einem ganz eigenen Londoner Flair. Very british eben. Ich hätte auch gern ein Stehkragenhemd und einen Anzug, der bis zu den Knien reicht.

Mein Fazit: Wer Sweeny Todd ohne Singen, Twilight ohne amerikanische Vorstadt, dafür mit Sex und Gewalt oder mystische Finstergeschichten mag, liegt hier richtig. Wer richtigen Horror oder tiefgründige Story (es geht eben nur Eines von beidem) sucht, sollte lieber woanders nachsehen.

Ich gebe hier eine 4,5 von 10 Punkten, bei IMDB liegt das Filmchen bei 6,3.

 

Schönen Abend euch,

 

M

 

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Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte

Hey Leute!

 

Heute soll es wieder mal um was Politisches gehen:

Die Europäische Union.

 

Ich bin überzeugter Europäer. Ich bin der festen Meinung, dass wir Völker auf dem alten Kontinent unsere gemeinsamen Wurzeln kennen und nutzen müssen. Nicht nur im Sinne der Zusammenarbeit, sondern vielmehr auch, um uns als Einheit zu verstehen. Um Konflikte zu vermeiden und gemeinsam als bestes Beispiel voranzugehen, wenn es um die völkerpolitische Zukunft dieses Planeten geht. Denn über kurz oder lang werden alle Menschen an einem Strang ziehen müssen, über Grenzen religiöser, systemischer oder kultureller Natur hinweg.

Ich möchte nicht meine Identität als Deutscher aufgeben. Vielmehr möchte, dass sie erweitert wird, dass mein Horizont wächst mit jedem Land, das mein politisches Umfeld bereichert. Wir sind keine Römer und Germanen, keine Angeln, keine Sachsen, keine Barbaren, keine Commonwealth-Bürger und keine Revolutionisten und ich bin erst Recht kein Volksdeutscher.

Wir sind Europäer. Wir sind Deutsche. Wir sind Rheinländer. All dies gehört aber zusammen.

 

Wo dieses Denken noch nicht angekommen ist, ist die aktuelle Politik. Die Regierungen Europas möchten einen geeinten Kontinent, ganz so, wie ich es vorgestellt habe. Es gibt offene Grenzen, gemeinsame Gesetze, eine gemeinsame Währung. Eine gemeinsame Verantwortung.

Doch keine gemeinsame Entscheidungsgewalt.

Das EU-Parlament ist nichts anderes als eine Marionettentruppe, deren einziger Zweck die Bestätigung oder Verschiebung oft völlig unsinniger Gesetze.

Gesetze, die von einer Komission gemacht werden, die keiner Kontrolle unterliegt und deren politische Arbeit kaum auf Einfluss von außen geprüft werden kann.

Sei es die Pharmalobby oder, im großen Maßstab, ein Land wie die USA.

Entscheidungen die uns alle betreffen, werden von wenigen, hörigen, kurzsichtigen Menschen getroffen.

Was mich dabei momentan am meisten betrifft (und ich sage betrifft, nicht ärgert) ist das sogenannte Freihandelsabkommen über den transatlantischen Handel mit den USA.

Ein Abkommen, bei dem undurchsichtige Absprachen Undinge wie herabgesetzte Lebensmittelstandards produzieren, die unseren Verbraucherschutz auf Kosten des imperialistisch-kapitalistischen Konsumgedankens, der allem Amerikanischen zugrunde liegt, aushebeln.
Ein Abkommen, das wenige Prozente Wachstum (0,5% Prognose) und ein paar wenige Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig tiefgreifende Veränderungen, vor allem in der Lebens- und Umweltsicherheit, produziert.

Wir alle sind von etwas betroffen, was wenige, lobbygesteuerte und machtgeile Politiker in geheimen Verhandlungen beschließen.

Ich sage, wehrt euch! Erhebt eure Stimmen gegen diesen Frevel wider den europäischen Gedanken, ja, wider die Natur des Menschen an sich.

Wer sich die amerikanische Bevölkerung genauer ansieht, weiß, worin das alles in etwa enden wird. Und ich meine damit nicht bloß Fettleibigkeit und Diabetes. Das haben McDonalds und Coca Cola uns bereits gebracht.

Ich rede von mit genverändertem Mais gefüttertem Hühnchen, das mit Chlor gebleicht wird, bevor es auf meinen Teller kommt. Und Plastikverpackungen, die Gift enthalten, das sich in meinem Körper ansammelt und zu Mutationen führt.

Wollen wir wirklich ein solches Abkommen mit einem Land, dessen eigener, gewählter Präsident schon lange keine wirkliche Macht mehr hat, das sich in jedem mittelgroßen Konflikt dieser Welt als Polizei aufspielt, dessen Geheimdienste uns alle ausspionieren und in dem eine Person wie Sarah Palin sich konservative Politikerin schimpfen darf?

 

Ich sage NEIN! Als Deutsche, als Europäer, als Weltbürger und als Menschen, wehrt euch gegen die Bevormundung des Kapitals!

 

Einen schönen Abend,

 

M

Lichtspiel

Ich kann dich sehen, in all dem Trubel,

in all dem Geschehen, um mich herum.

Du bist da, obwohl du ganz weit weg bist.

Nie mehr, nie mehr!

 

Ich verschwimme, ich verzerre,

bin freudlos in meiner Ablenkung.

Du bist hier. Hier drin.

Für mich, doch willst du das?

 

Du warst mein Schatten,

doch habe ich dich nie

ans Licht gelassen.

Ein Schatten ohne Licht?

 

Vergib mir!

 

Aurelié!

Tomaten-Mozzarella-Hühnchen

So, da ist es. Das erste Rezept hier.

 

Ist dann auch was ganz einfaches geworden. Ich mache gerne auch mal leichtes Essen, gerade in Diät-Zeiten wie jetzt momentan. Und wenns dann noch schnell gehen soll, kommt eben einfach das in die Pfanne, was der Kühlschrank gerade hergibt.

Ein Foto kann ich leider nicht bieten, da ich in dem Moment zu sehr mit satt werden beschäftigt war. Aber sonderlich spektakulär wäre das eh nicht ausgefallen.

Es gibt heute jedenfalls:

Hähnchenbrust mit Mozzarella und Tomate

Man braucht für zwei (in meinem Fall eine) Personen:

-300g Hähnchenbrust

-1 Tomate

-1 Mozzarella 125g

-Basilikum vom Strauch

-Pfeffer & Salz

-nach Geschmack Knoblauch

 

Als Beilage geht alles, wahrscheinlich am ehesten Nudeln oder Reis, Risotto, Kartoffeln oder gemischtes Gemüse.

 

Das Hähnchen waschen, trockentupfen und in etwas Olivenöl anbraten, bis es von beiden Seiten leicht braun ist. Die Tomaten und den Mozzarella in Scheiben gestapelt darauf drapieren und mit Salz, Pfeffer und dem Knoblauch würzen. Die Pfanne mit einem Deckel schließen und alles dünsten, bis das Hähnchen gar und der Mozzarella geschmolzen ist.

Zwischendurch mit dem Basilikum garnieren und noch etwas mit Olivenöl beträufeln, anschließend vorsichtig auf den Teller schubsen.

Bon Appetito!

 

M

Abzweigungen

Du bist die Sünde,

so glaube ich.

Verzehrst meine Seele,

trinkst meinen Körper.

 

Schwarz wird weiß,

und weiß wird schwarz.

In mir, außer mir,

durch dich.

 

Verblassend, die Farben,

meine Welt sinkt ins Dunkel,

ein Preis wird entrichtet,

doch ich kann nicht.

 

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück,

auf dem Weg zum Verlust.

Doch von was?

Kannst du mein Ziel sein?

 

Aurelié!

Nachtgedanken

Ich gehe raus,

raus vor die Tür.

Wandern im Mondlicht,

wandern im Traum.

 

Sterne im Kopf,

hinter den Augen.

Explosionen dazwischen,

Feuer im Herzen.

 

Unter gefühlten Wolken,

bin ich ganz frei.

Von mir, von dir,

von allem andern.

 

Lass mich, lass mich,

ich muss gehen.

In Schuld, in Traum,

auf dunklen Wegen.

 

Aurelié!

Fernsehen ist sinnlos.

Hi!

Die Überschrift hat nix mit dem Folgenden zu tun, aber ich hocke grad vor der Glotze, statt für meine Zwischenprüfung zu lernen und da ist mir aufgefallen, wie wenig Sinnvolles das deutsche Fernsehen zu bieten hat. Zugegeben, Circus Halligalli hat seine witzigen Momente.

Zum Thema: 

Ich habe mittlerweile die erste Überarbeitung von „Frei zu sein“ (wie ich es bisher nenne, und ja, ich mag In Extremo) vorgenommen. Eine gewisse Zeitlinie ist drin, der Handlungsrahmen begrenzt sich jetzt auf ca. ein Jahr. Ich habe auch versucht, den gewissen Kitsch an einigen Ecken auszufeilen, an anderen habe ich neue Details hinzugefügt. 

Weiter gibts noch zu sagen, dass viele gerade das letzte Kapitel ziemlich mädchenhaft, klischeehaft und kitschig fanden, was mich etwas zum Nachdenken gebracht hat. 

Ich bin zu dem Schluss gekommen, es fast genau so zu lassen. Es ist ein Stilmittel. Nicht der Kitsch im eigentlichen Sinne. Aber ich bin Mitte Zwanzig und ein Typ, die Hauptfigur gerade Achtzehn und ein Mädchen. Und sie sollte das bekommen, was sie sich gewünscht hat, immerhin hat das Leben sonst ja nicht viel Gutes zu bieten.

Womit wir beim nächsten Thema sind: Angelehnt an das Ende des letzten Kapitels, habe ich bereits das nächste fertiggestellt. Es setzt sofort an jener Handlung an, damit der Leser nicht total verwirrt ist, wo man jetzt genau ist. Außerdem sollte das Ende des Geburtstagskapitels ja Lust darauf machen, weiterzulesen und zu erfahren, wozu die bordeauxfarbene Unterwäsche denn eigentlich da ist (die ich mittlerweile mit einem schwarzen Sommerkleid, statt einem roten, kombiniert habe).

Und jetzt der Knackpunkt: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt veröffentlichen will. 

Sicher, die Handlung geht weiter, aber ich hatte nie vor, alles von dieser Idee zu publizieren, also fange ich mit den Ausnahmen am besten bei den Stellen an, die ich lieber erst einmal zurückhalte.

Ich bitte um Nachsicht.

In der Hoffnung, dass ich hier bald weitermachen kann, 

 

M

 

PS: Vielleicht gibt´s demnächst stattdessen mal wieder ein Gedicht. Oder endlich mal ein Rezept.

Endlich 18!

Heute ist ein besonderer Tag. Mein Geburtstag! Ich bin ab heute achtzehn und so was von erwachsen! Ich darf in jeden Film, in jede Disco, trinken was ich will und, was am besten ist, endlich alleine Auto fahren. Was bedeutet, dass Mama ihren Mini am Wochenende kaum noch zu Gesicht bekommen wird.

Man kennt das, ich bin ein Mädchen, also gibt’s so einen richtigen Prinzessinentag.

Mama hat mich früh geweckt, um mich mit einer Riesentorte in Ladypink zu überraschen, ich hab achtzehn Kerzen ausgepustet und dann gabs erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Geschenke gibt’s später, sagt Mama, was auch immer sie damit meint. Die Verwandtschaft trudelt doch erst morgen ein. Leider ist die Zeit zu knapp und ich muss mitten im Croissant abbrechen.

Schule ist angesagt. Aber das ist gar nicht schlimm, heute ist Freitag und ich habe eh nur fünf Stunden. Und ab nachmittags wollte mich Lukas irgendwohin entführen, um mit mir zu feiern. Essen gehen oder so was, schätze ich. Also ein echt perfekter Geburtstag!

Die Schule (hallo, Mathe!) will dafür heute irgendwie gar nicht rumgehen. Nur fünf Stunden können echt eine Ewigkeit sein, vor allem, wenn man sich den ganzen Tag auf etwas freut.

Immerhin überrascht mich Svenja mit einem wunderhübschen kleinen, selbstgemachten Medallion an einer Silberkette, die ich auch sofort umlege. Zum Dank fall ich ihr kreischend um den Hals. Ich bin eben ein Mädchen.

Irgendwann ist die Schule endlich vorbei und ich kann nach Hause flitzen. Natürlich im Mini. 😀

Nach zwei Schinkensandwiches als Ersatz fürs Mittagessen, stehe ich ratlos vor meinem Kleiderschrank und suche aus geschätzten 2,7 Millionen möglichen Outfitkombinationen die optimale für den heutigen Anlass heraus. Anderthalb Stunden Suche später liegt ein rotes Sommerkleid neben gepunkteten Ballerinas und bordeauxfarbener Unterwäsche von Hunkemöller.

Das klingt ein wenig verrucht, aber weil ich heute achtzehn werde und Lukas und ich seit knapp vier Monaten zusammen sind, darf er endlich bei mir übernachten. Und da will ich ihn natürlich, sagen wir, überraschen…

Mit einem entsetzten Blick auf die Uhr haste ich noch eben unter die Dusche, mische mir Schampoo in die Haare und unterziehe meine Beine noch einer letzten, gründlichen Rasur. Leider nicht ohne irgendeinem Gott ein Blutopfer darzubringen. Nach dem Antrocknen springe ich in der heißen, bordeauxfarbenen Unterwäsche vor meinem Spiegel auf und ab, singe lautkreischend „Rockstar“ von Nickelback mit und wechsle von leichtem Aufräumen zu kompliziertem Schminken. Nur um anschließend wieder erschrocken auf die Uhr zu schauen und nach unten zu hasten.

Und im Flur steht er, der Mann meiner Träume. Lukas sieht toll aus in seinem leichten Sakko, das er mal ganz lässig mit Jeans und Chucks kombiniert hat. Er sieht ein bisschen aus, als ob er eigentlich etwas hatte sagen wollen, aber der Röte seines Gesichts nach zu schließen, bleibt ihm wohl bei meinem Anblick gerade etwas die Spucke weg. Komisch, ich hatte mich bei all der Eile für gar nicht so top gestylt gehalten. Na ja, umso besser für später.

Mama steht in der Türe und lächelt selig. Immer wenn sie Lukas sieht, meint sie sofort, er ist der perfekte Schwiegersohn, was er ja auch irgendwie ist. Nach einem kurzen Plausch springe ich in die Schuhe und mit einem letzten Lächeln von Mama sind wir schon durch die Tür und sitzen im schwarzen BMW Cabrio von Lukas Vater. Echt nett von ihm, dass er uns das leiht.

Und während mir nun der Fahrtwind durch die sorgsam gemachten Haare furcht, drückt Lukas aufs Gas und wir fliegen nur so über die Straßen. Er hat immer noch nicht gesagt, wo er eigentlich mit mir hinwill, bis er irgendwann auf einem kiesgedeckten Parkplatz mitten im Nirgendwo hält. Die Sonne steht am Himmel, es lässt sich keine Wolke blicken und die Vögelchen zwitschern sich die Seele aus dem Leib. Das ist so unheimlich kitschig passend, dass es einfach nur wunderschön ist. Galant hält Lukas mir die Wagentür auf und nimmt meine leicht feuchte Hand in seine. Er führt mich einen leicht holperigen Weg entlang zu einer Wiese voller Blumen, die an einem Hang liegt. Ich meine mich schwach an diese Ecke im Umland unserer Stadt erinnern zu können. Ich glaube, hier war ich öfter mal mit Oma spazieren oder so. Im nächsten Moment sind diese Gedanken aber auch schon wie weggefegt, als Lukas mir das Ziel unserer Fahrt zeigt. Inmitten der Blumen auf der Wiese liegt eine rotweiß karierte Decke mit Kissen, zwei Tellern, einem Korb und einer kleinen Kühltruhe. Wir ziehen die Schuhe aus und setzen uns. Lukas greift in die Truhe und den Korb und holt zwei Gläser raus, die er mit echtem, eisgekühltem Champagner füllt. Wir stoßen auf mich an genießen den prickelnden Sekt, die Umgebung und das tolle Wetter und, was am besten ist, unsere Gesellschaft. Man hat von hier einen tollen Blick auf ein kleines Tal mit einem Wäldchen, hinter dem schon die Sonne steht, auf der einen Seite und einem strahlend gelben Sonnenblumenfeld auf der anderen Seite. Lukas fragt, ob ich hungrig bin und tatsächlich, die Schinkensandwiches scheinen den Magen schon vor einer Ewigkeit passiert zu haben. Er greift abermals in den Korb und holt einen Teller mit Häppchen raus. Es gibt Cracker, Kuchen, Tomaten, Käse und Erdbeeren und noch vieles mehr.

Ich bin so unheimlich glücklich in diesem Moment, an diesem Ort, mit diesem Jungen. Ich könnte den Rest meines Lebens hier liegen. Mit Lukas, Champagner und Erdbeeren. Der Schulstress, die merkwürdigen Kopfschmerzen und die Übelkeit, alles ist für den Moment wie weggeblasen.

Plötzlich greift Lukas nochmal in den Korb und holt, verborgen unter einer Serviette, ein kleines Kästchen und ein viereckiges Päckchen hervor. Zuerst gibt er mir das Päckchen in die Hand. Gerührt reiße ich das Papier runter und zum Vorschein kommt ein Schwarzweißabzug von einem Foto, das Svenja vor ein paar Wochen von uns gemacht hat. Lukas sagt, ich soll den Rahmen umdrehen. Auf der Rückseite steht ein kleines Gedicht, dass er geschrieben hat. Mit jedem Wort, das ich davon lese, fühle ich, wie das Wasser Richtung Tränensäcke vorrückt. Als Lukas dann auch noch das kleine Kästchen öffnet und einen silbernen, besetzten Ring hervorholt, kann ich nicht mehr und fange an zu heulen. Ich falle Lukas um den Hals, wir fallen wild knutschend auf die Decke und hören für die nächsten sieben Minuten auch nicht auf damit. Als wir schließlich mal Luft holen müssen, erklärt Lukas noch lachend, dass ich den Ring bitte nicht falsch verstehen soll und wir mit dem Heiraten wohl leider noch warten müssten, woraufhin ich ihm einen Klaps verpasse. Trotzdem bin ich mehr als überglücklich.

Mittlerweile sinkt die Sonne schon Richtung Boden und Lukas packt die Picknicksachen zusammen. Ich nehme an, wir würden zurück zum Auto gehen und schlüpfe in die Schuhe, doch Lukas gibt mir mit dem ihm eigenen verschmitzten Lächeln zu verstehen, ich solle hier kurz auf ihn warten.

Er bringt alles zum Auto, kommt wieder und hat einen Seidenschal in der Hand. Bevor ich fragen kann, was das jetzt wird, verschwindet mein Augenlicht auch schon hinter chinesischer Billigseide.

Ich setze zu einem wilden Protest an, doch dann drückt mir Lukas einen Finger auf die Lippen und nimmt meine Hand. Stolpernd trotte ich neben ihm her, tausend Fragen im Kopf und Schweiß auf der Stirn. Ich merke, dass unser Weg leicht schräg ansteigt, was es nicht gerade leichter macht, Lukas zu folgen. Irgendwann jedoch, nach gefühlten 1387 Mal stolpern und Beinahe-Fallen, erreichen wir wohl so etwas wie eine Kuppe. Ich merke, dass wir einen Moment über ebenen Asphalt oder so was gehen, dann höre ich plötzlich leise Musik. Ich setze abermals dazu an, zu fragen, was hier eigentlich vorgeht, doch Lukas quittiert auch das nur mit einem Lachen und reißt mir die Augenbinde aus Fernost weg. Blinzelnd versuche ich im hellen Licht was zu erkennen, woraufhin die Umrisse vieler strahlender Menschen erscheinen, die sich im Hofe eines wunderschönen, kleinen, weiß gestrichenen Landguts versammelt haben.

In der Mitte steht bis über beide Ohren strahlend Mama und schreit laut Überraschung in ein Mikro, woraufhin alle anderen Anwesenden das gleiche lautstark wiederholen.

Und ich muss wieder heulen. Statt wie gedacht den Abend ruhig mit Lukas zu verbringen, gibt es hier noch eine dicke, fette, bunte, strahlende Überraschungsparty mit allen meinen Lieben!

Da sind meine Eltern, meine Tante, meine Cousine Valerie und natürlich auch Svenja und Leute aus meiner Klasse. Tom, Patrick, Hendrik, die Zwillinge, Lilu, Andi, Dunja, Zocki und all die anderen. Locker fünfzig Leute stehen hier mit Sekt- und Biergläsern bewaffnet und in Sommerdress gekleidet in diesem schnuckligen Hof unter den Ästen eines riesigen, bunt beleuchteten Baumes. In der einen Ecke steht ein DJ mit Mischpult und Anlage, in der anderen Ecke ein Buffet und ein Typ mit Kochmütze, der eisern einen Grill zu bewachen scheint. Mit klitschnassen Augen drehe ich mich zu Lukas um, gebe ihm einen dicken Schmatzer und renne dann zu meinen Eltern und all den anderen, um sie zu begrüßen und tausend Mal Danke vor mich hin zu stammeln.

Später am Abend, nachdem ich allen mehrmals die Hand geschüttelt habe, oder umarmt worden bin, drehen Lukas und ich uns eng umschlungen im Kreis, ganz im Takt der Musik. Als ich nach oben durch die Wipfel des großen Baumes schaue, sehe ich die Sterne den nachtschwarzen Himmel beleuchten. Keine Wolke lässt sich blicken. Viele sind schon gegangen, da es mittlerweile wirklich spät geworden ist, aber der harte Kern ist noch geblieben und tanzt oder unterhält sich leise bei einem letzten Drink.

Ich sehe meine Eltern, die die gleiche Formation eingenommen haben, wie Lukas und ich und bin einfach nur glücklich. Das hier ist so was von der perfekte achtzehnte Geburtstag, dass ich es gar nicht weiter beschreiben kann. Ich liebe diesen Moment, ich liebe meine Eltern für diese wunderbare Party und ich liebe Lukas. Endlich 18!