(Un)fair?

Heut muss ich mich mal auskotzen. Ich sitze auf dem Sofa, zappe im TV rum und zwischendurch lande auch ich leider immer mal bei RTL, was sonst nicht so meinem Geschmack entspricht.

Bei RTL jedenfalls läuft ein Beitrag über Neureiche in Kitzbühel, die anscheinend nicht wissen, wohin mit ihrem Geld.

Solche Beiträge machen mich wütend und oft auch einfach nur fassungslos. Ich habe nichts gegen reiche Leute, sofern sie für das Geld, das sie ausgeben, gearbeitet oder gelitten haben. Aber auch das stehe ich den meisten nur zu, wenn diese es schaffen, fernab von ihrem Tellerrand auch anderen Menschen und Leben ihre Aufmerksamkeit zu widmen.

Ein bloßes „Ich, ich, ich“ wie es mittlerweile in unserer egoistischen, kapitalbasierten und wertelosen Gesellschaft angekommen ist, widert mich an.

Dumme, selbstsüchtige Menschen regieren die Welt und geben Unsummen an Geld für Diamanten, Autos und Champagner aus, während in anderen Ländern Kriege um das eigene Überleben geführt werden müssen. Es stehen sich also ein Egoismus im Zeichen des Kommerzes und ein Egoismus im Sinne des urmenschlichsten Instinktes gegenüber. Wir haben uns nicht geändert, obwohl der moderne Mensch fast 40.000 Jahre Zeit zur Entwicklung hatte.

Damit wir, die wir die Privilegien der sogenannten westlichen Welt erfahren dürfen, nicht aufmerken bei all der Ungerechtigkeit in der Welt, führen uns Politik, Wirtschaft und Medien nur zu gerne vor Augen, wie es sich im Luxus schwelgen lässt, während sie doch gleichzeitig die Hauptverantwortlichen für die Misere sind.

Es zählt nur „Mein“ und „Unser“, das Hier und Jetzt. Was morgen mit den Anderen geschieht, ist nicht von Belang, wenn es mir doch heute schon gut gehen kann.

Und am besten geht es dem Menschen bekanntlich, wenn er anderen vorführen kann, wie gut es ihm wirklich geht.

Viele Einzelne erheben Tag für Tag die Stimme gegen die Ungerechtigkeit und noch viele mehr müssen ihre Leben dafür lassen.

Doch für ein Umdenken ist mehr nötig. Wir müssen die Fesseln der instrumentalisierten Verdummung abwerfen, mehr umeinander kümmern und die begrenzten Ressourcen an Material und Geist voll ausschöpfen. Wir müssen miteinander kämpfen, statt gegeneinander.

Was dem Einen Freud, muss des Andern Leid sein? Nein, danke.

Ich muss nicht täglich Luxus und Reichtum vorgeführt bekommen, D-Promis die sich im australischen Dschungel in ihre Primaten-Urform zurückentwickeln, junge Mädchen, die abgemagert völlig surrealistische Kleidungsfetzen zur Schau tragen und totale Untalente, die einem gewissen Pop-Titanen auf nervtötende Art und Weise verstümmelte Liedfragmente vorkreischen.

Ich muss täglich sehen, was in der Welt falsch läuft. Ich muss sehen, dass die Menschen, die ich in meinem Namen mit einem politischen Auftrag versehe, nicht nur mein Leben verbessern, sondern das aller Menschen rundum. Ich muss sehen, dass die Menschheit zu mehr fähig ist, als selbstsüchtiger Kollektivverblödung und stattdessen endlich über ihren Schatten springt. Um endlich dem gerecht zu werden, was die Evolution uns als herrschende Rasse doch in die Wiege gelegt hat.

Post-Demokratie. Post-Kapitalismus. Wir müssen es wagen.

Ich für meinen Teil gönne mir jetzt ein wenig „Das Leben des Brian“. Läuft zwar auch auf RTL II, zweifelt aber auf seine Weise andere „Wahrheiten“ an.

Einen schönen Abend,

M

PS: Wer jetzt denkt, ich nähme mich bei all der Kritik aus, der irrt. Mit Sicherheit könnte auch ich mehr tun, um Unrecht zu bekämpfen.

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